Rethink – Überdenken

Normalitäten hinterfragen und selbstbewusst gegen den Strom schwimmen, wenn dieser in die falsche Richtung fließt. Nicht alles was bei uns normal ist, ist gut und sinnvoll oder gar Zukunftsfähig.

Neu und selbstständig denken. An jedem Tag unseres Lebens haben wir die Chance neue Entscheidungen zu treffen und unser Verhalten und unsere Denkmuster zu ändern.

Gewohnheiten ändern. Verschwenderisches Verhalten abgewöhnen. Vorausschauendes Denken und Handeln angewöhnen.

Relax. Entspannen. Bei all der Technik und all dem Wohlstand haben wir es uns redlich verdient weniger zu tun. Und wenn wir nichts tun, tun wir am wenigsten Schaden.

Warum

Ich habe mich lange gefragt, warum wir so zerstörerisch und rücksichtslos mit unserem Planeten umgehen, warum wir andere Menschen ausbeuten, Tiere quälen und die Lebensgrundlage unserer Kinder gefährden?

Ich glaube nicht, dass wir es tun, weil wir böse oder schlechte Menschen sind!
Wir tun eigentlich nur dass, was alle tun. Was wir gelernt haben, von unseren Eltern, was unser Umfeld tut, unsere Freunde, Nachbarn, Kollegen, Kommilitonen, Klassenkameraden. Und, was wir im Fernseher sehen, was Werbung und andere Medien uns vorleben und das, was unsere System möchte, was wir tun. Aber ist etwas richtig, nur weil es ALLE tun? Wir haben genug Beispiele aus der Geschichte, die daran berechtigte Zweifel anmelden.

Rethink lädt dazu ein, Gelerntes zu hinterfragen und über alles was du tust, NEU nachzudenken. Das ist ein Prozess, der lange dauert, auch bei mir noch andauert, vielleicht auch nie zu Ende geht. – Aber es lohnt sich, bekannte Denkmuster aufzubrechen und dazuzulernen, wie wir auch anders leben können.

Um vor dem großen Berg der notwendigen Änderungen nicht in Schockstarre und ignorantes Nichts-tun zu geraden, empfehle ich immer, sich nur einen kleinen Ausschnitt des Berges anzuschauen. Also mit kleinen Änderungen anzufangen, die einem leicht fallen. Was das ist, kann für jeden etwas anderes sein. Während es für mich einfach war, wieder auf Stofftaschentücher umzusteigen, gibt es bei manchen Menschen bei dem Thema eine riesige Hemmschwelle. Jeder sucht sich das aus, was ihm leicht fällt, bekommt schnell Erfolgserlebnisse und Spaß dabei weiter zu machen. Wenn das Rad einmal rollt, dann rollt es meist ganz von alleine weiter.
Dieser Prozess braucht seine Zeit, gerade wenn es um tiefsitzende und liebgewonnene Gewohnheiten geht. Alle Gewohnheiten kann man auch ändern, aber nicht unbedingt von heute auf morgen.

Weiter Denken

Wenn das selbstständige Denken einmal eingesetzt hat, dann ist es nicht mehr zu bremsen. Deshalb folgen hier Gedanken, Richtungen, Initiativen und Konzepte, die mich zum denken bringen und mir mittlerweile eine vollkommen andere Sichtweise auf die Welt ermöglichen, als es durch das bloße folgen des Mainstreams möglich ist.

Eigenverantwortung

In unserer sicheren Gesellschaft haben wir einen großen Teil unserer Verantwortung abgeben. Dass wir uns nicht um die Beseitigung unserer Abfälle kümmern müssen ist eine Errungenschaft, die gleichzeitig fatale Folgen hat. Wir merken nicht mehr, wie viel Müll wir eigentlich produzieren und wie viele Ressourcen wir verschwenden. Wir haben keine Vorstellung davon, was es kostet, unseren Müll zu entsorgen und unsere Umweltschäden zu beseitigen.

Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Die Ärzte

Müllsammler

Willst du wieder mehr Verantwortung übernehmen, für dich, deine Umwelt und deine Gesellschaft, ärgere dich nicht einfach über den Müll der rum liegt, sondern hebe ihn auf. Hinterlasse die Orte die du besuchst, sauberer als du sie vorfindest.
In Gemeinschaft Müll zu sammeln ist nicht nur viel effektiver, sondern immer auch ein Gemeinschaftsevent. Und wenn man keine Lust mehr hat, shoppen zu gehen, muss man seine Samstage ja irgendwie gefüllt kriegen;-)

Trash Hero
Müllsammelaktionen weltweit

Clean River Project
Paddeln und Fotokunst für saubere Flüsse und Meere

The Ocean Clean up
Großprojekt zur Reinigung der Meere

Europäische Woche der Müllvermeidung
1 Woche im Jahr Aktionen zum Thema

Gewässer retter

Zeitwohlstand

Mit jeder technischen Errungenschaft, nehmen uns Maschinen mehr Arbeit ab. Wie passt es damit zusammen, dass wir trotzdem noch so viel Arbeiten? Wie passt es zusammen, dass vor 50 Jahren eine erwerbstätige Person eine Familie ernähren konnte und heute zwei Vollzeitangestellte trotzdem davon reden, dass sie Arbeiten gehen „müssen“?

Unsere Ansprüche sind gestiegen. Unsere Wohnungen sind größer unsere Autos mehr, unsere Reisen aufregender, unsere Küchen Austauschware, unsere Kleidung Saisonartikel und der Coffee to Go Standard. Wir geben einfach mehr Geld aus.

Ein Leben nach dem Zero Waste Prinzip macht das leben einfacher und leichter. Weniger Konsum bedeutet nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Zeit. Einerseits, weil man nicht so viel mit Kaufentscheidungen und Gebrauchsanweisungen zu tun hat. Andererseits weil man mit weniger Ausgaben, auch seine Arbeitszeit verkürzen kann.

Während sich in unserer Gesellschaft so ziemlich jeder so ziemlich alles kaufen kann und eigentlich auch schon alles hat, wird der wahre Luxus unserer Generation nur wenigen zu teil: Zeit. Zeit, den Tag mit Dingen zu füllen, die einen ausfüllen. Das kann (wie in meinem Fall) auch gerne Arbeit sein, solang man nicht zur Arbeit „muss“, sondern „darf“.

Deshalb ist ein Leben mit Zero Waste ein guter Schritt hin zur Postwachstumsökonomie mit rosigen Aussichten für uns. Stellen wir uns vor, wir „müssen“ nur noch 15-20 Stunden die Woche Arbeiten. Den Rest der Zeit nutzen wir, um Gemüse anzubauen, Obst zu pflücken und einzukochen, Socken zu stopfen, Sauerkraut selber zu machen, mit unseren Kindern zu sein, zu meditieren, Kräuter zu sammeln und für eine noch bessere Zukunft zu engagieren usw. So ein abwechslungsreicher Tagesablauf ist allein deshalb schon befriedigender als 8 Stunden Arbeit + Pendeln und dann nur noch KO auf dem Sofa sitzen.

Da Zeit der wahre Luxus ist, ist sie auch deutlich wertvoller als alles was man kaufen kann. Wer wertvolles verschenken will, verschenkt also Zeit. Anregungen. Anregungen dazu findet ihr hier:

Bruttosozialglück

Unser Wohlstand ist so hoch wie nie zuvor, aber warum steigt unser subjektives Glücksempfinden nicht? Warum sind wir gestresst, gehetzt, neidisch, ausgebrannt, aggressiv, genervt oder auch einfach nur ein bisschen frustriert? Weil wir vergessen haben, worum es wirklich geht. Weil wir vergessen haben, das Geld und Wirtschaft keine Ziele an sich sind, sondern nur Mittel sein können zum eigentlichen Ziel: Glücklich sein.

Deshalb ist es auch mehr als überholt, den Erfolg einer Gesellschaft an dessen Bruttoinlandsprodukt zu messen. ´Bhutan ist uns voraus und stellt das Bruttosozialglück vorne weg.

Was genau das Bruttosozialglück ist, wie Bhutan es in der Praxis umsetzt und an welchen Stellschrauben wir in unserer Gesellschaft dringend drehen sollten erfahrt ihr in diesem genialen Vortrag.

Gewaltfreie Kommunikation

Basierend auf der Annahme, dass all unsere Äußerungen, so angreifend und aggressiv sie auch klingen mögen, lediglich ein Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse und damit eigentlich nur ein Hilfeschrei nach Beachtung der Bedürfnisse sind, lassen sich die meisten Konflikte leicht aus der Welt schaffen.
Das weite Feld der GFK ermöglicht uns Techniken, diese Bitten zu erkennen und zu hören und auch unseren eigenen Bitten Gehör zu verschaffen – die Lösung findet sich dann meist von ganz alleine.
Ich habe bisher nur einen kleinen Hauch von einer Ahnung was das bedeutet und schon jetzt ist mein Leben und meine zwischenmenschlichen Beziehungen dadurch wesentlich entspannter und glücklicher geworden.

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