Das Thema auf das alle gewartet haben – das Klo. Hier fällt natürlich eine Menge Müll und wir toppen das ganze noch mit frisch gebleichtem, samtig weichem, vier-lagigen Papier. Da kommt einiges zusammen an Bäumen, die abgeholzt werden, zu Papier verarbeitet werden, mit Chemikalien behandelt werden, transportiert werden müssen, in Plastikfolie eingepackt werden um nach wenigen Sekunden Benutzung im Abfluss zu verschwinden. Aus den Augen aus dem Sinn. Aber auch diese Suppe muss aufbereitet werden, wofür wiederum Ressourcen verwendet werden.
Die einzige Lösung, die uns bisher zu dem Thema einfällt ist, das Toilettenpapier aus recyceltem Papier herzustellen. Das ist natürlich kein schlechter Ansatz, aber warum muss das Papier dann noch zusätzlich in Plastik eingepackt werden? Ich kenne nur ein Toilettenpapier, welches ohne Plastik verpackt wird. Jede Rolle gibt es einzeln, dafür aber nur in Unverpacktläden oder online zu kaufen
Und kann das wirklich das letzte Wort sein? Wie so oft bei den selbst geschaffenen Problemen unserer Zeit stellt sich die Frage: Wie haben die das denn früher gemacht? Oder wie machen das andere Kulturen, die wir aus unserer Perspektive gerne als weniger entwickelt bezeichnen? Toilettenpapier ist tatsächlich ein recht räumlich begrenztes Phänomen. Die Menschen aus Indien oder den arabischen Regionen beispielsweise empfinden das alleinige Reinigen mit Toilettenpapier sogar als unhygienisch. Und auch Südostasien schwört eher auf Wasser und die Linke Hand als auf Papier.
Die sogenannte Hygienebrause gehört hier zu den fortschrittlicheren Einrichtungsgegenständen.

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Hygienebrause

Wie so ziemlich jeder aus meinem Kulturkreis, kann aber auch ich mir die praktische Anwendung bei großen Geschäften, auch nach intensiven Gesprächen mit meinen Reisebegleitungen, einfach nicht vorstellen.
Dafür habe ich gelernt, das in Argentinien das Bidet genau für diesen Zweck immer noch sehr beliebt ist. Ich muss gestehen, dass mir bisher nicht bewusst war, dass, das bei uns schon fast ausgestorbene, Bidet diesem Zweck diente.

Auf öffentlichen Toiletten kommt dann nach dem Geschäft noch ein weiterer Konflikt hinzu: Wie bekomme ich meine Hände nach dem waschen wieder trocken? Die Möglichkeiten, die mir hier offeriert werden, können mich nicht so ganz überzeugen. Meistens ist es auch wieder Papier, was zum Abtrocknen herhalten muss, und dann im Eimer landet. Wenn dort also jeder seine zwei Papiere raus zieht, kann man sich vorstellen, was da am Ende des Tages zusammen kommt.
Immer häufiger zu sehen, ist das extrem laute Gebläse, in das man seine Hände reinsteckt. Ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass die Hände dadurch wirklich trocken werden, dafür werden meine Nerven durch den hohen Geräuschpegel belastet. Ich habe mich aber schon häufiger gefragt, welche Lösung zu bevorzugen ist, wenn man das Müllerzeugnis dem Energieaufwand entgegenstellt.

 

Papierhandtücher

Nach meinem Geschmack ist und bleibt wohl das gute alte, waschbare Handtuch Testsieger. Ganz schön oldschool und auch nicht überall wirklich praktikabel. Hin und wieder sieht man aber noch eine andere Lösung, die wohl dem Handtuch entlehnt ist. Ebenfalls ein Spender, der aber statt Einwegpapier ein Stückchen einer mehr oder weniger endlosen Handtuchrolle spendet. Der Ein- und Auszugsmeschanismus sorgt für ein ständig frisches Handtuch.

Solange das Problem nicht gelöst ist, werde ich mir also auch weiterhin die nassen Hände ins Hosenbein reiben.

UPDATE 02. Feb 2014

Ich habe es geschafft.
Die Details werde ich euch ersparen. Aber wer nur oft genug auf einer Toilette landet in der es einfach kein Klopapier gibt und es kategorisch ablehnt Papier, der landet zwangsläufig in der Breduille. Und das war auch bei mir der entscheidende Moment. Es ging einfach nicht anders als es auszuprobieren. Und siehe da, alles halb so wild. Lerning by doing.