Kugelschreiber

 

Ein wesentlicher Bestandteil auf dem Weg zum Leben ohne Müll ist das Auseinandersetzten damit, was man wirklich braucht und wie viel davon.

Ich habe heute meine Stifte-Schublade geöffnet und alle Kulis heraus sortiert.

Kulis

Kugelschreiber-Sammlung

Keinen einzigen hiervon habe ich gekauft und trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass es unheimlich sinnvoll ist, sie alle aufzuheben – falls mal schlechte Zeiten kommen… Und wenn es darum ging etwas umsonst abzugreifen, war meine Aufmerksamkeit immer schnell geweckt – man kann ja alles irgendwann mal gebrauchen…
Mein Freund wird sich freuen, dass nun auch ich eingesehen habe, dass das natürlich totaler Quatsch ist. Und so werde ich mich in Zukunft auf einige wenige Stifte konzentrieren und vor allem jegliche Werbekulis, die so zufällig in meiner Hand vergessen werden, dankend zurückgeben.
Das ist leichter gesagt als getan, habe ich bereits festgestellt. Was man nicht alles annimmt, ohne darüber überhaupt nachzudenken. Das beste Beispiel sind die Flyer, die auf der Straße verteilt werden. Was hierzulande kaum noch praktiziert wird, scheint in St. Petersburg (unsere letzte Reise führte uns dort hin) eine umgreifende Beschäftigungstherapie zu sein. Aus keiner Metro, aus keinem Geschäft kommt man heraus, ohne einen Flyer vor die Nase gehalten zu bekommen. Die Werbung lebt von dem unüberdachten Zugreifen eines Großteils der Passanten. Mittlerweile habe ich mich darauf sensibilisiert, gar nicht erst zu zugreifen, aber auch ich ertappe noch immer wieder, wie ich irgendwas in der Hand halte, was mir irgendjemand angedreht hat.

Was mache ich jetzt aber bloß mit dem Haufen Kulis…?