Recycle – Wiederverwerten

Müll sortieren und sorgsam nach Materialien trennen (Deckel vom Joghurtbecher entfernen), um die Recyclingfähigkeit zu maximieren.  Wertstoffe wie Kork, Kleidung, Elektronik und Brillen zu getrennten Sammlungen bringen um deren Weiterverwendung zu gewährleisten.

Kompostieren in der Biomüll-Tonne, dem eigenen Kompost oder der Wurmkiste (Bio-Kunststoff gehört nicht in die Bio-Tonne).

Recyclingfähigkeit und Reparierbarkeit schon bei der Kaufauswahl mitbedenken.

Nachwachsende Rohstoffe bevorzugen. Aber auch diese nicht verschwenden, um unsere Wälder und Naturräume vor Ausbeutung zu schützen.

Kreislaufwirtschaft

Den Zustand von Null Müll kann es in unseren modernen Gesellschaften nicht geben. Auch wir haben Müll. Spätestens wenn unsere Kleidung kaputt geht und partout kein Putzlappen mehr draus werden kann, fällt Abfall an. Nur sinnvoll wäre es, wenn aus all dem, was wir letztlich doch entsorgen, wieder etwas neues, nutzbares werden würde. Eine wirkliche Kreislaufwirtschaft eben. Davon sind wir bisher leider Meilenweit entfernt.

Aber genau deshalb ist das Recycling ein absolut wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Lebensform. Es steht in seiner Bedeutung zwar erst an vierter Stelle, aber hat genau an dieser Stelle eine essentielle Bedeutung.

Was können wir tun, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern?

Wir können unseren Müll sorgsam trennen, in Blau, Gelb, Grün und Schwarz. Aber noch viel mehr. Und je spezifischer getrennt wird, desto eher ist ein Recycling gewährleistet.

Gelbe Tonne

In die gelbe Tonne gehören tatsächlich nur Verpackungen, die den gelben Punkt tragen.  In vielen Orten wurde die Gelbe Tonne bereits zur Wertstofftonne umgetauft, in die nun alle Kunststoffe und Metalle entsorgt werden dürfen. Wer mehr wissen will, fragt am besten das örtliche Entsorgungsunternehmen. Sich daran zu halten ist aus ökologischer Sicht jedoch nicht sinnvoll. Denn auch stoffgleiche Abfällle können und sollten recycelt werden und werden sie auch. Also am besten allen Plastikmüll und Aluminium in diese Tonne egal ob Punkt oder nicht.

Recycelt werden kann auch hierin nur, was getrennt wird. Also Deckel abreißen vom Becher, und nicht in den Becher stopfen, alles nach Materialität trennen und keine schwarzen Verpackungen kaufen. Diese werden nicht recycelt.

Glas

Interessanterweise werden immer häufiger in Glas verpackte Lebensmittel oder Kosmetika als Zero Waste Produkte bezeichnet. Einwegglas ist jedoch genauso Müll wie Kunststoff auch. Gerade bei langen Transportwegen kann sich in der Ökobilanz sogar negativ auswirken auf Grund seines hohen Gewichts. Dennoch hat Glas zwei entscheidende Vorteile. Zum einen ist es lebensmittelecht und gibt garantiert keine Bestandteile an die enthaltenen Lebensmittel ab (Was leider nicht für alle Schraubdeckel gilt). Zum anderen kann es fast zu 100% recycelt werden. Das Recycling ist zwar mit Energie verbunden, jedoch deutlich weniger, als bei der Neuproduktion von Glas. Für ein gutes Recycling ist es wichtig, das Glas nach Farben zu sortieren um die Materialgüte zu erhalten. Leider kann nicht jedes Glas recyclet werden. Verpackungsgläser (Schraubgläser) in der Regel schon. Beim Kauf von neuen Gläsern, ist es ratsam den Hersteller zu fragen (Alleine schon, um ihn auf die Relevanz des Themas aufmerksam zu machen).

Noch effizienter ist das Nutzen von Mehrwegglas. Deutschland hat ein gut funktionierendes Mehrwegsystem für die meisten Getränke (leider gibt es Ausnahmen), fast alle Milchprodukte (Bio-Laden), Zitronensaft, Apfelessig und Honig (leider nicht Bio). In Unverpackt Läden wächst das Angebot noch weiter: z.B. Tomatenpassata und Kokosöl. Die Ökobilanz von Mehrwegglas wird getrübt durch die zunehmende Individualisierung der Flaschenformen. Je seltener eine Flaschenform, desto weiter muss sie im Zweifelsfall hin und her transportiert werden. Deshalb greift man am besten zu regionalen Erzeugnissen und Normflaschen und setzt sich für eine Verpflichtung zur Normflasche ein.

Braune Tonne – (Rot – Kompostieren)

Kompost ist der einzige Müll, der diesen Namen eigentlich nicht verdient. Denn hier funktioniert der Kreislauf zu 100%. Aus Müll wird wertvolle Pflanzenerde – wenn wir nur getrennt sammeln. Das funktioniert entweder über die braune Tonne, oder noch besser direkt zu Hause. Ein kleiner Hauskompost reicht aus. Für Balkon oder sogar in der Wohnung funktionieren auch die Wurmkiste und der Bokashikomposter.
Auf den Kompost gehören auch Körperabfälle wie Haare oder Fingernägel, zumindest dann, wenn sie nicht lackiert wurden.
Außerdem ist die Biotonne in der Regel kostenfrei. Wenn sich durch sie der Inhalt der Restmülltonne reduziert, können Kosten eingespart werden, da Restmüll nach Menge bezahlt wird. Leider sind wirklich richtig kleine Restmülltonnen für Zero Waste Haushalte bisher nicht vorgesehen. Das sollte sich ändern.

Immer mehr Kommunen und Städte führen auch öffentliche, dezentrale Kompostierstellen ein, wo jeder Bürger unkompliziert selbst kompostieren kann und Zugang zu wertvoller und unverpackter Komposterde hat.

So kommst du zu deiner eigenen Wurmkiste:

Restmüll

Unser Restmüll wird nur zu einem vernachlässigbar kleinen Anteil sortiert. Das meiste wird verbrannt. Deshalb muss das Ziel sein, diesen Mülleimer so klein wie möglich zu halten. In unserem Restmülleimer ist tatsächlich vor allem Hausstaub und Scherben. Ersteres könnte man zwar auch kompostieren. Jedoch befindet sich in unserem Hausstaub jede Menge Mikroplastik. Eine Verbrennung scheint mir hier sinnvoller als das Einbringen in die Umwelt nach der Kompostierung.

Was noch hier rein gehört:

z.B. Stark verschmutzter Kunststoff, Klebeband, Käserinde, Porzellan, Nicht-recycelbares Glas. 

Aluminium

Die Förderung von Bauxit, dem Rohmaterial, aus dem Aluminium gewonnen wird, ist ökologisch und sozial höchst kritisch.

  • Regenwald wird gerodet, um an die Bauxidvorkommen zu gelangen
  • Ganze Landstriche und Ökosystem werden durch das Abfallprodukt Rotschlamm vergiftet und vernichtet.
  • Bei der Weiterverarbeitung entstehen giftige Gase die Anwohner, Tier- und Pflanzenwelt schädigen
  • Die Verarbeitung ist höchst Energieintensiv

Zwar kann Aluminium sehr gut recycelt werden, unsere Bedarf nach Aluminium ist jedoch so hoch, dass wir mit recyceltem Aluminium nicht hinkommen. Deshalb ist ein Verzicht auf kurzlebige Aluminiumprodukte sinnvoll wie Tetra Packs, Joghurtdeckel, Zahnpastatuben, Verpackungen von Schokoriegeln, Kaugummis und Kaffee und natürlich die Alufolie im Hausgebrauch. Wem dieser Aspekt nicht Grund genug ist, den interessiert vielleicht, das Aluminium im Verdacht steht, Alzheimer auszulösen. Im Kontakt mit Lebensmitteln nehmen wir besonders viel davon in unseren Körper auf, wo es sich anreichert.

Mehr Infos zu Aluminium gibt es auf Rettet den Regenwald.org  oder bei Planet Schule.

Sammelstellen

Viele Dinge werden nicht getrennt abgeholt. Sollten aber getrennt gesammelt werden, damit sie wiederverwertet werden können.

  • Kork
  • Brillen
  • Handys
  • Elektronik allgemein
  • Zigarettenstummel
  • Kerzenwachsreste
  • Gold

Sammelstellen dafür zu finden, kann mühselig sein, zahlt sich aber aus, weil der Rohstoff nicht vernichtet wird. 

Redesign

Für eine wirkliche Kreislaufwirtschaft ist es aber essentiell, dass alle Produkte neu gedacht werden. Und zwar so, dass von Anfang an mit eingeplant wird: Wie kann ich das Teil trennen, auseinanderschrauben, in einzelne Bestandteile zerlegen, reparieren und letztlich recyceln.
Bisher ist das nur bei sehr wenigen Gegenständen der Fall. Zwei prominente Beispiele, die nicht nur auf fairer Rohstoffbeschaffung basieren, sondern auch die Reparaturfähigkeit ins Design integriert haben sind die Smartphones „Fair Phone“ und „Shift Phone“.

Bereits beim Einkauf können wir also gezielt darauf achten Produkte nach diesen Kriterien zu wählen. Auch die Materialität spielt eine Rolle. Glas kann eben besser recycelt werden als Kunststoff und nachwachsende Rohstoffe können nachwachsen.

Mehr zum Thema Plastik, Müll und Recycling

Den aktuellen Plastikatlas kannst du hier kostenlos herunterladen.

Warum Verbraucher dennoch trennen sollten – Nabu

Urban Mining

Anschließend an Redesign ist auch das Urban Mining zu nennen. So riesige Mengen an Rohstoffen sind schon da, schon im Kreislauf vorhanden. Machen wir sie besser nutzbar, brauchen wir weniger Rohstoffe zu fördern. Was es damit auf sich hat und welche schätze auf unseren Straßen liegen, erfahrt ihr hier.

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