Pillen gegen alles

Veröffentlicht am: 12. März 2015 |

Jede Pille ist fein säuberlich eingepackt in eine Blisterpackung aus Kunststoff und Aluminium. Wer hierzulande Medikamente braucht, stößt schnell an die Grenzen der Mülleinsparung. Aber nach einer uralten Weisheit meines Vaters ist Müllvermeidung auch dort möglich, wo das deutsche Gesundheitssystem die Einsparung von Verpackungsmüll unmöglich macht:

„Eine Erkältung dauert ohne Medikamente 2 Wochen
und mit 14 Tage.“

Die beste Methode bei Medikamenten Müll einzusparen ist also, sie gar nicht erst zu benötigen. Abgesehen von Antibabypillen und lebensnotwendigen Medikamenten für schwere Krankheiten sind viele der Medikamente, die wir uns einverleiben unnötig oder sogar schädlich. Einfache Erkältungen, Kopfschmerzen oder andere Wehwehchen lassen sich durch einfache Hausmittel lindern. Wirkliche Tabletten aus der Apotheke sind nur in seltenen Fällen sinnvoll. Gerade bei Antibiotika sollte Vorsicht geboten sein. Ärzte verschreiben es heutzutage viel zu leichtfertig. Flächendeckende Bakterienresistenzen sind die Folge nicht nur von zu viel Hähnchenfleisch. Auch wird die lebenswichtige Darmflora quasi außer Gefecht gesetzt. Unerklärliche Folgeerkrankungen nach einer Antibiotikakur sind nicht ungewöhnlich. (Habt ihr seid eurer letzten Antibiotikaeinnahme

Auch Nahrungsergänzungsmittel sollten wir gänzlich von unserem „Ernährungsplan“ streichen. Die Nährstoffversorgung in unserer Gesellschaft ist so gut, dass ein Normalbürger keinerlei Ergänzungsmittel benötigt. Sollte wirklich ein Nährstoffmangel vorliegen, ist es immer vorzuziehen, diesen über eine dauerhafte Ernährungsumstellung s.u. zu regulieren. Der Vorteil an einem verpackungsreduzierten Lebensstil ist, dass die Ernährung zwangsläufig besser wird, wenn Fertiggerichte und die tägliche Dosis Naschereien wegfallen.

„Vorbeugung ist die beste Medizin.“

Klingt abgedroschen, bleibt aber richtig. 2-3 Erkältungen pro Winter gehören für uns schon wie Weihnachten zum Winter dazu. Das ist aber alles andere als normal. Oder habt ihr schon mal kranke Tiere gesehen? (Und ich meine nicht unsere Haustiere, die wir überfüttern und verweichlichen)
Auch wir verweichlichen zusehend und machen uns immer mehr abhängig von Tabletten und Medikamenten. Wir sterilisieren unsere Umwelt, so dass uns der kleinste Keim sofort die Grippe ins Haus holt. Wir fahren in die 1. Etage mit dem Aufzug an unseren Büroarbeitsplatz und bewegen uns 8 Stunden lang nicht vom Fleck. Sobald es kalt wird oder regnet oder der Wind weht oder Mittwoch ist finden wir eine Ausrede und fahren doch nicht mit dem Fahrrad.

Die gesetzliche Krankenversicherung nimmt uns zudem jegliche Vorstellung, was eine ärztliche und medikamentöse Behandlung kostet und so schlucken wir freudig alles was uns Werbung und Arzt verschreiben. Und wer immer noch als Vorwand keinen Müll einzusparen benutzt, es sei ihm zu teuer, kann jetzt hellhörig werden. Das bezahlt nämlich gar nicht die Krankenkasse, das bezahlen wir alle mit unseren Beiträgen.

Es ist aber durchaus sinnvoll mal genauer hinzuschauen, was wir von all dem wirklich brauchen.

Tipps gegen Pillenmüll

– Nahrungsergänzungsmittel weglassen. Sie sind bestenfalls überflüssig.

– Nicht alles was der Arzt verschreibt auch unreflektiert runterschlucken. Vieles ist unnötig, gerade Antibiotika aber auch oft schädlich.

– Zurück zu guten alten Hausmitteln. Das Internet ist voll von Tipps und Tricks, wie ihr eure Wehwehchen auf natürlichem Wege lindern könnt.

– Basischer Ernähren. Dadurch benötigt der Körper weniger Mineralstoffe um saure Nahrung zu neutralisieren. Eine zu saure Ernährung kann tatsächlich zu Nährstoffmangel führen. Viele Zivilisationskrankheiten und sogar Übergewicht werden mit einem sauren Körpermileau und damit mangelnde Nährstoffversorgung
in Verbindung gebracht. Warum basische Ernährung gesund ist. Ihr braucht aber nicht gleich ins Kloster einzutreten, ein bisschen mehr Bewusstsein reicht meist schon aus.

– Fastenkuren sollen ebenfalls die hartnäckigsten und chronischsten Krankheiten heilen oder lindern können, indem alles aus dem Körper raus gespült wird und nochmal von vorne angefangen wird. Wir werden es demnächst ausprobieren und erzählen euch dann mehr.

– Vorbeugen: Gesunde Ernährung, Sport, Bewegung in den Alltag einbauen, auch bei „schlechtem“ Wetter vor die Tür gehen, Wechselduschen, nicht zu warme Räume (das ist auch gut für den Energieverbrauch), ganz besonders auf jegliche Desinfektionsmittel verzichten und mein persönliches Erfolgsrezept: Auto weg und ganzjährig mit dem Fahrrad fahren.

– Verpackungsfrei einkaufen verringert nicht nur den Konsum von Fertiggerichten und Zusatzstoffen, sondern auch den Kontakt eurer Lebensmittel zu Aluminium und Kunststoffen. Diese zwei Materialien sind besonders bekannt dafür auf Lebensmitteln und Kosmetika überzuwandern und sich im Körper ablagern. Die gesundheitlichen Folgen davon beginnen wir gerade erst zu erforschen. Bei Alzheimerpatienten steht mittlerweile die Aluminiumablagerung im Gehirn im starken Verdacht.

– Von Alkohol und Zigaretten brauche ich euch wohl nichts zu erzählen.

So, aber jetzt beginnt erst mal der Frühling und wir bleiben hoffentlich alle gesund. Und das ist auch die perfekte Zeit, sich aufs Fahrrad zu schwingen.

Links, wie ihr euch auch ohne Pillen weiterhelfen könnt

Gesunde Hausmittel

Gesund mit Hausmittel

Hausmittelhexe

Omis Wissen

Agoro – Hausmittel von A-Z

7 Comments to Pillen gegen alles

  1. dorothea schreibt:

    Ich bin Krankenschwester, ich muss sagen dass wir in Deutschland die niedrigsten Haltbarkeitsdaten für Medikamente europaweit haben. Abgelaufene Mediakamente können noch mindestens ein Jahr lang genommen werden. Meine Mutter, die Internistin ist hat selbst mal seit drei Jahren abgelaufenes Antibiotikum genommen, hat wunderbar gewirkt. Ich selbst habe mich einen ganzen Sommer lang mit abgelaufenem Ceterizin über Wasser gehalten, hat auch prima gewirkt. Als mein Vater letztes Jahr in Frankreich einen Harnwegsinfekt hat hat Mama einer Apothekerin die Geschichte erklärt und ohne Rezept ausnahmsweise das Antibiotikum (zumindest die Dosis für die nächsten Tage) bekommen, als sie in Deutschland Nachschub in der Apotheke besorgt hat war das selbe Medikament mehrere Jahre eher „schlecht“.
    Wovon ich absolut raten muss ist ärztlich verschriebene Medikamente (insbesondere Antibiotika!) einfach weil man es besser weiß (und sich am besten im Internet in zweifelhaften Foren noch mit anderen nichtwissenden Besserwissern) ausgetauscht hat nicht einzunehmen. Wir haben diese Patienten immer wieder bei uns in der Kardiologie die meinen der Blutverdünner wäre nach Stentimplantation überflüssig, gelegentlich müssen wir sie auch vom Boden aufkratzen, reanimieren und erneut operieren weil der Stent im Herz wieder zugegangen ist weil die Blutverdünner einfach nicht genommen wurden. Also bestenfalls vom Boden aufkratzen und reanimieren. Häufig bekommen wir nur noch die Info von den Angehörigen dass derjenige verstorben ist. Im Zweifel lieber noch einmal genau Rücksprache mit dem Arzt halten, aber nie einfach nicht nehmen! Eine weitere Möglichkeit ist eine Liste der Dauermedikation mit zum Arzt zu nehmen und es mit ihm Medikament für Medikament durchzugehen. Gegebenenfalls kann ja wirklich etwas abgesetzt werden.
    Medikamente welche man nicht mehr nimmt kann man bei einigen Hausärzten abgeben, offiziell müssen sie sie entsorgen, aber ich weiß dass sie gelegentlich an andere Patienten die sie nehmen müssen weiter gereicht werden, insbesondere wenn es sich um Dauermedikationen wie Blutdrucksenker handelt. Eigentlich verboten, ist aber gängige Praxis. Ansonsten kann bei Dauermedikationen im Freundeskreis herumgefragt werden ob jemand jemanden kennt der da noch Verwendung für hat.

  2. kathrin schreibt:

    kleiner tip. bevor man (frau) zur kopfschmerztablette greift, mal pfefferminzöl probieren! ein paar tropfen auf stirn und schläfen genügen, gibts in der glasflasche!

  3. Uta schreibt:

    Mich würde an dieser Stelle interessieren, wo man abgelaufene Arznei und die Plasti-Alu Verpackung am besten entsorgt. Die Vermeidungsstrategie funktioniert leider nicht mit allen Wehwehchen. 🙁
    Apotheken nehmen diese nur bedingt an, mit dem Hinweis, dass sie diese auch in den normalen grauen Müll entsorgen werden. Ich bin dann immer etwas verstört und ratlos. Hat jemand eine gescheitere Lösung?

    • Olga schreibt:

      Die Aussage habe ich auch schon von Apotheken erhalten. Sie haben sie aber trotzdem angenommen. Am besten wäre wahrscheinlich die Pillen aus der Verpackung zu lösen und sie in die Apotheke zu bringen und die Kunststoff Aluminium Verpackung so weit es geht zu trennen und in den gelben Sack zu werfen. So besteht vielleicht die Chance, dass etwas davon recycelt wird.

      Auf alle Arzneimittel kann man nicht verzichten, das stimmt, aber doch auf mehr, als man in unserer überversorgten Welt glauben mag.

  4. Daisy schreibt:

    Also ich kann bzgl. verpackungs- und hormonfreier Verhütung den Baby-/Ladycomp empfehlen. Hilft auch bei der unkomplizierten Babybastelei, da der Eisprung exakt angezeigt wird. 🙂

  5. Annette schreibt:

    Hallo,

    guter Artikel, aber die Anti-Baby-Pille zählt auch zu den gesundheitsschädlichen Medikamenten und ist absolut überflüssig. Mit der Methode Sensiplan kann man genauso sicher verhüten und das ganz ohne schädliche Hormone. Einfach mal googlen.

    Viele Grüße

    Annette

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