Morgen ist es mal wieder rum, das Jahr. Und das muss gefeiert werden mit viel Krawumm. Sonst ist es doch kein richtiges Silvester. Die Silvesterkracher gehören in unserem Kulturkreis einfach dazu. Je lauter, je bunter, desto besser. Der Müll der dabei tonnenweise zurückbleibt, scheint niemanden zu kümmern. Am nächsten Morgen kommt die Kehrmaschine und fegt alles weg. Aber nicht nur auf der leicht zu reinigenden Straße landen die Überreste der Raketen. Sie fliegen eben auch in Parks, Wälder, Seen und Flüsse. Letztere transportieren sie weiter ins Meer, zur Vergrößerung der gigantischen schwimmenden Müllteppiche in unseren Ozeanen.

Das klingt jetzt total nach Spaß verderben. Und ja, der Gedanke hat mir auch den Spaß am Böllern verdorben. Auch ich gucke mir gerne Feuerwerk an, aber persönlich werde wohl keinen Silvesterkracher mehr in die Hände nehmen. Wenn ihr es mir gleich tut, würde ich mich freuen, aber damit rechnen tue ich ehrlich gesagt nicht. Zu tief sitzen Tradition, Gruppenzwang und vielleicht auch das Drängeln der Kinder. Auch bei uns taucht das leidige Thema wieder auf: Kann man es den Kindern zumuten, keine Knaller zu kaufen? Allein die Fragestellung klingt schon absurd. Die Rabeneltern, die ihren Kindern keine Knaller kaufen!!

Aber warum gleich alles aufgeben. Jede einzelne Rakete die nicht fliegen geht, ist eine gute Rakete. Also ohne direkt alles aufzugeben, stellt euch doch einfach mal die Frage nach einem bewussteren Umgang mit Knallern. Müssen es immer 50 Raketen sein? Oder reicht auch 25? Einfach mal reduzieren und dafür mehr zugucken, was auf der anderen Straßenseite fliegen geht.

Silvester 2011_Nils Brandt_Flickr

 Silvesterknaller

In Großstädten wie Köln, wird so viel geböllert, dass man sich an manchen Ecken kaum auf die Straße traut. Immer muss man damit rechnen, von einem Böller aus der Hand eines Volltrunkenen getroffen zu werden. Stellt euch mal vor jeder von uns würde nur die Hälfte der Kracher loslassen. Es gäbe immer noch mehr als genug Knaller, aber der Müll wäre um die Hälfte reduziert. Und der inflationären Entwicklung der übermäßigen Böllerei würde es mit Blick auf die Tradition auch gut tun.

Ein weiterer sinnvoller Grund Silvesterraketen einzuschränken, ist das Geld. Natürlich höre ich immer wieder die Bedenken, dass man es sich finanziell nicht leisten kann Müll einzusparen. Ein Paradoxon in sich, das Einsparung teurer sein soll. An mancher Stelle ist es das aber tatsächlich so. Umso dringlicher weise ich darauf hin, wenn man durch Mülleinsparung auch bares Geld sparen kann. Und bei Silvesterraketen kann man sogar viel Geld sparen. Leute, schaut doch mal auf das Preisschild! Für diejenigen, die aber wirklich nicht wohin wissen mit eurem Geld am 31.12. sammeln sie Organisationen Altruja und Pro Bono Spenden für soziale Projekte mit der Initiative Spenden statt böllern.

Nicht nur die Böller machen unglaublich viel Müll, auch das Bleigießen und die unzähligen weiteren Silvestergadgets, die es im Handel zu erwerben gibt. Da es das alles bei uns nicht geben wird, habe ich mir die Mühe gemacht und selber Knallbonbons gebastelt. Ich habe die letzten Altlasten an Geschenkpapier und gebrauchten Luftschlangen, selbst gelochtes Konfetti und leere Toilettenpapierrollen zusammengetragen. Die Rollen habe ich mit Keksen, Konfetti und kleinen Überraschungen (Die ich natürlich nicht gekauft, sondern irgendwo in meinem Kram gefunden habe.) gefüllt. Die Rollen werden dann mit Geschenkpapier umrollt und an den Seiten zugebunden. Laut Gebrauchsanweisung muss man nachher nur kräftig an beiden Enden ziehen. Wir werden morgen sehen, wie gut es klappt.

 

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Knallbonbons basteln

Wir sehen uns im neuen Jahr wieder mit neuen Ideen, neuen Projekten und noch weniger Müll. Danke für eure Unterstützung, für die regen Kommentare, die zustimmenden Worte. Einen guten Rutsch ins Jahr 2015 wünschen euch

Olga und Gregor