Recycle

Das Recycling ist ein absolut wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Lebensform. Es steht in seiner Bedeutung aber erst an vierter Stelle. Denn Recycling ist immer mit Energie und Rohstoffverlusten verbunden. Hinzu kommt, das einige Materialien, wie die meisten Kunststoffsorten nicht in der gleichen Materialqualität aufgearbeitet werden können. Es findet also eher ein Downcyclingprozess statt. Auch Papier kann recycelt werden, jedoch nur begrenzt häufig, da sich die Papierfasern bei jedem Recycling weiter verkürzen. Auch ist Recyclingpapier quasi kontaminiert von den giftigen Druckfarben. Deshalb darf es nicht nicht zum verpacken von Lebensmitteln verwendet werden. (Es gibt allerdings auch immer mehr ökologische Druckereien, die ohne diese Giftstoffe auskommen)
Die zunehmende Komplexität unserer Produkte und Verpackungen erschweren ein Recycling zunehmend. Die einzelnen Materialien (z.B. die verschiedenen Schichten einer Kunststoffverpackung) können nicht mehr von einander getrennt werden – es folgt die zwangsläufige Verbrennung. Damit sind die Rohstoffe zwar energetisch verwertet, jedoch für immer verloren und belasten zudem die Atmosphäre und unser Klima.

Trotzdem ist das Recycling wichtig. Und gerade deshalb ist es auch wichtig, alle Rohstoffe (Müll) zu Hause sorgsam zu trennen und nicht in dem Mülleimer an der Straße zu werfen. So besteht wenigstens die Chance das zu trennen, was trennbar ist und dieses auch zu recyceln.

Genauso wichtig ist es aber auch, dass wir anfangen unsere Produkte so zu konzipieren, dass sie nach dem Cradle to Cradle Prinzip vollständig in ihre Einzelteile zerlegt und recycelt oder gar repariert werden können.

Urban Mining
So riesige Mengen an Rohstoffen sind schon da, schon im Kreislauf vorhanden. Machen wir sie besser nutzbar, brauchen wir weniger Rohstoffe zu fördern.

Gold mit gutem Gewissen?
Ich weiß, man heiratet nur einmal. Aber die Menschen in den Goldmienen leben auch nur einmal – kurz.

Wie Trennen

Gelbe Tonne

In die gelbe Tonne gehören tatsächlich nur Verpackungen, die den gelben Punkt tragen.  In vielen Orten wurde die Gelbe Tonne bereits zur Wertstofftonne umgetauft, in die nun alle Kunststoffe und Metalle entsorgt werden dürfen. Wer mehr wissen will, fragt am besten das örtliche Entsorgungsunternehmen. Sich daran zu halten ist aus ökologischer Sicht jedoch nicht sinnvoll. Denn auch stoffgleiche Abfällle können und sollten recycelt werden.

Braune Tonne – Rot
Auch das Kompostieren ist ein wichtiger Bestandteil des Recyclings. Denn gerade kompostierbare Abfälle sind wertvolle Rohstoffe für eine daraus zu gewinnende fruchtbare Erde, die besser ist als jeder synthetische Dünger. Das funktioniert entweder über die braune Tonne, oder noch besser direkt zu Hause. Ein kleiner Hauskompost reicht aus. Für Balkon oder sogar in der Wohnung funktionieren auch die Wurmkiste und der Bokashikomposter.
Auf den Kompost gehören auch Körperabfälle wie Haare oder Fingernägel, zumindest dann, wenn sie nicht lackiert wurden.
Es ist zu schade diesen wertvollen Rohstoff in den Restmüll zu geben.

Wilma Wurmkiste
So kommst du zu deiner eigenen Wurmkiste.

Glas
Interessanterweise werden immer häufiger in Glas verpackte Lebensmittel oder Kosmetika als Zero Waste Produkte bezeichnet. Einwegglas ist jedoch genauso Müll wie Kunststoff auch. Gerade bei langen Transportwegen kann sich in der Ökobilanz sogar negativ auswirken auf Grund seines hohen Gewichts. Dennnoch hat Glas zwei entscheidende Vorteile. Zum einen ist es Lebensmittelecht und gibt garantiert keine Bestandteile an die enthaltenen Lebensmittel ab (Was leider nicht für die Schraubdeckel gilt). Zum anderen kann es fast zu 100% recycelt werden. Das Recycling ist jedoch mit Energie verbunden, weshalb Mehrwegglas immer noch zu bevorzugen ist.
Außerdem ist es wichtig, das Glas nach Farben zu sortieren um die Materialgüte zu erhalten.

Aluminium

Die Förderung von Bauxit, dem Rohmaterial, aus dem Aluminium gewonnen wird, ist ökologisch und sozial höchst kritisch.

  • Regenwald wird gerodet umd an die Bauxidvorkommen zu gelangen
  • Ganze Landstriche und Ökosystem werden durch das Abfallprodukt Rotschlamm vergiftet und vernichtet.
  • Bei der Weiterverarbeitung entstehen giftige Gase die Anwohner, Tier- und Pflanzenwelt schädigen
  • Die Verarbeitung ist höchst Energieintensiv

Zwar kann Aluminium sehr gut recycelt werden, unsere Bedarf nach Aluminium ist jedoch so hoch, dass wir mit recyceltem Aluminium nicht hinkommen. Deshalb verzichten wir gerade auf solche Verpackungen, wo Aluminium mit im Spiel ist, wie Tetra Packs, Joghurtdeckel, Zahnpastatuben, Deos, Schokoriegel, Kaugummis und Kaffee.

Mehr Infos zu Aluminium gibt es auf Rettet den Regenwald.org  oder bei Planet Schule.

Mehr zum Thema Recycling

Der Müll und die Mythen – Greenpeace

Warum Verbraucher dennoch trennen sollten – Nabu

 

Noch mehr zum Thema Recycle folgt in Kürze…

Cradle to Cradle, Nachwachsende Rohstoffe bevorzugen, Upcycling vor Recycling