Reduce

Müllvermeidung beginnt mit Reduzierung. Denn unser größtes Problem ist, dass wir von allem zu viel haben und zu viel brauchen. Selbst nachwachsende Rohstoffe wie Holz können nur dann auch nachwachsen, wenn sie aufgeforstet werden. Unser hoher Bedarf an Ressourcen macht das jedoch zunehmend schwierig und es werden immer noch Regenwälder für unser Papier gerodet.

Wir leben über unsere Verhältnisse und nutzen mehr Rohstoffe als unsere Erde nach produzieren kann. Die meisten davon kann unsere Erde gar nicht mehr nach produzieren – wie seltene Erden, Erdöl, Gold oder Aluminium.

Auch Elektroautos, Windkrafträder und Solaranlagen bestehen aus solchen Ressourcen. Solange unser Bedarf also stetig steigt, ist es fragwürdig, ob wir eine Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien möglich ist. Deshalb steht Reduce an erster Stelle und ist die Voraussetzung für einen wirklich nachhaltigen Lebensstil.

Unser Überfluss geht nicht nur auf Kosten unserer Rohstoffe, sondern auch auf dem Rücken anderer Menschen ,Tiere und der Umwelt. Damit wir so billig einkaufen können, wird die Produktion unserer Konsumgüter in Länder verschoben, wo man weder gerechten Lohn zahlen muss, noch Arbeitsschutzrichtlinien gelten. Verletzungen und Todesfälle sind normal und die  Lebenserwartung deutlich geringer. Eine andere Wahl haben die Arbeiter nicht, früher nannte man das Sklaverei, heute Globalisierung. Ist uns das die Hose für 20€ wert?
Genauso läuft es mit Tierprodukten. Die konventionelle Tierhaltung ist reinste Qual, von Geburt bis zum Tod ein grausames Tierleben – damit wir jeden Tag billiges Fleisch essen können.
Zudem ist entsteht alles was w

Der erste, oberste und wichtigste Punkt ist die Reduzierung. Denn wir alle leben deutlich über unsere Verhältnisse hinaus und können uns das nur auf Kosten anderer erlauben. Unser Kleiderschrank kann nur deshalb so gut ausgestattet sein, weil in Südostasien Menschen zu niedrigst Löhnen unter Menschenunwürdigen Bedingungen im Akkord nähen. Wir haben nur deshalb jeden Tag Fleisch auf dem Teller, weil das Gen-Soja gibt, das besonders gut auf gerodeten Regenwaldflächen wächst. Und wir können uns nur deshalb jeder ein bis zwei Autos leisten, weil es andere Länder (noch) nicht tun. Das komplette Konstrukt des ewigen Wachstums kann nur so lange funktionieren, bis der Planet leer gerodet, gebohrt, gegraben ist. Jede einzelne Kaufentscheidung ist mit einer Aufwendung von Ressourcen verbunden, egal wie wie Bio und Fair Trade zertifiziert auch ist. Das bedeutet, ihr könnt euch nicht frei kaufen. Es gibt kein Gut der Welt, dass euch ein reines Gewissen kaufen kann. Das einzige was das Gewissen reiner machen kann ist, weniger zu kaufen. Jedes einzelne Teil ist entscheidend.

Folglich: In jedem einzelnen Bereich eures Lebens ist es sinnvoll weniger zu konsumieren. Schaut mal genau hin, was ihr eigentlich wirklich braucht um glücklich zu sein. Auch Dinge die ihr braucht, müsst ihr keinesfalls besitzen, oft reicht es wenn der Nachbar sie besitzt. Wir sollten lernen zu teilen und nicht zu besitzen.

Auf kleinem Fuß leben

Tini House Autark
Leben auf kleinem Fuss und dass auch noch autark – jetzt in Serienproduktion

Minimalismus / Befreiung vom Überfluss

Ist eine 40 Stunden Arbeitswoche das erstrebenswerte Ideal? Oder können wir es uns leisten, mit geringerem Anspruch auch weniger zu Arbeiten?

Weggedacht
Minimalistisch Leben in Text und Podcast

Minimalismus Leben
Minimalisten Blog mit Organisation regionaler Stammtische

Unconsumption
Ein Magazin gegen den übertriebenen Konsum.

Modeprotest
Wie viel Kleidung brauche ich wirklich.

Lebensmittelverschwendung

Lebensmittel sind zwar Biologisch abbaubar. Aber wenn man bedenkt

  • welch ein Flächenbedarf dahinter steckt, für den sogar Regenwald gerodet wird,
  • die Böden durch Monokulturen immer mehr Fruchtbarkeit verlieren und immer mehr Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren,
  • welche Mengen wir an Insektenvernichtungsmitteln versprüht werden und nachhaltig die Tierwelt schädigen
  • welche Mengen an Düngemitteln auf die Felder kommen, die unser lebenswichtiges Grundwasser verunreinigen
  • wenn man sieht, wie die Tiere leiden, bevor sie geschlachtet oder gemolken werden
  • wenn man sich den hohen Transportaufwand und den CO² Ausstoß in der Lebensmittelproduktion anschaut
  • und wenn man bedenkt, wie viele Menschen weltweit verhungern

dann ist es wirklich erstaunlich dass wir bis zu 50% unserer Lebensmittel wegschmeißen. Unser größtes Problem dagegen ist es die Speck wieder von den Hüften zu bekommen.

Das System ändern können wir nicht, aber der Konsument entscheidet, welches System er unterstützt. Folgende Möglichkeiten haben wir.

Auf Biolebensmittel umsteigen
Hier wird die Biodiversität gefördert, Pestizide sind verboten, Düngemittel werden nur in geringem Maße eingesetzt und das nur auf auf natürliche Weise, Synthetische Dünger gibt es nicht. Tiere werden besser behandelt und Bauern häufig besser bezahlt.

Regional und saisonal einkaufen
Importierte Lebensmittel haben einen hohen CO² Abdruck und müssen mittels umweltbelastender Schiffe oder gar Flugzeuge zu uns transportiert werden. Dazu gehört aber auch die saisonal verfügbaren Lebensmittel zu kennen und zu bevorzugen. In diesem Saisonkalender kann man nachschauen, wann man was am besten kauft. In Geschäften steht immer häufiger auch beschrieben, wo die Lebensmittel herkommen. Wer eine Gemüsekiste bezieht oder Mitglied einer solidarischen Landwirtschaft ist, wird sowieso nur mit dem beliefert, was auf dem Feld wächst.

Kleine Läden bevorzugen
Wer weniger Auswahl hat, muss auch weniger wegschmeißen. Dazu gehört auch ein Umdenken beim Verbraucher. Wir müssen wieder lernen mit weniger zufrieden zu sein und Verständnis dafür entwickeln, wenn Abends nicht mehr alle Backwaren frisch in der Auslage liegen. Je näher wir beim Erzeuger einkaufen, desto Weniger Lebensmittel verderben bei Transport und Lagerung. So sind die eigenen Erzeugnisse beim Bauern auf dem Markt von Vorteil, genauso wie Gemüsekiste und Solawi.

Lebensmittel retten
Vom Einzelhandel aussortierte Lebensmittel können über Verteilstellen von Foodsharing oder in speziellen Geschäften wie The Good Food, gerettet werden. Sie sind noch essbar, können im freien Handel aber nicht mehr verkauft werden.

Solidarische Landwirtschaft
Das Modell der Solidarische Landwirtschaft, kurz Solawi, ist wohl die Verschwendungsärmste Variante des kommerziellen Gemüseanbaus. Hier kommt auch das krummste Gemüse auf den Tisch und fehlende Zwischenhändler verringern den Verlust durch zu lange Lagerzeiten und Transport.
Die Anzahl der Solawis wächst langsam und die wenigen Plätze sind begehrt.  Wir sind selbst Mitglied bei der Solawi Köln und die hat sogar noch Plätze frei. Wenn es bei dir keine Solawi gibt, so ist das vielleicht eine gute Gelegenheit eine zu gründen. Denn alle Solawis sind selbstverwaltet von Menschen die sich gutes Gemüse wünschen – das kannst auch du sein.

Die essbare Stadt
Unter dem Titel gibt es immer mehr Städte und Kommunen die Essbare Bäume in der Stadt pflanzen. Dieses regionale Zusatzangebot von meist, Obst, Beeren, Nüssen und Kräutern ersetzt bisher nur einen geringen Teil unserer Landwirtschaftlichen Flächen. In diesem Bereich besteht aber großes Potential. Der Transportaufwand sinkt bis auf Null.
Wo es bei dir bereits solche Bäume gibt, die du völlig kostenfrei bepflücken kannst siehst du bei Mundraub.

Selber anbauen
Selbst zu Gärtnern ist ebenfalls eine gute Möglichkeit um einen Teil des Bedarfs zu decken. Wer keinen eigenen Garten oder Schrebergarten hat, kann trotzdem aktiv werden. Auf der Plattform Garten teilen kann man, wie der Name schon sagt, in Gärten anderer Menschen mit einsteigen. Immer mehr Stadtteile richten aber auch Gemeinschaftsgärten ein, bei denen jeder mitarbeiten und auch ernten kann.

Richtig lagern
Damit uns die Lebensmittel zu hause nicht schlecht werden, können wir auch hier mit der Beschränkung unserer Auswahl arbeiten. Ein nur mäßig gefüllter Kühlschrank, lässt sich leichter überblicken und Lebensmittel nach ihrer Haltbarkeit verarbeiten.

Weiter verarbeiten
Resteessen schmeckt oft besser als vorher, dafür ist die Bratkartoffel das beste Beispiel. Reste lassen sich leicht zu neuen Gerichten verarbeiten und das oft noch am übernächsten Tag. Gerade Altbackenes Brot, was in Deutschland sehr viel anfällt kann weiter verarbeitet werden zu Armer Ritter, Brotauflauf, Paniermehl, Croutons, Semmelknödel oder Semmelbrösel.

Mindesthaltbarkeitsdatum
Das MHD ist kein Garant für die Haltbarkeit von Lebensmitteln!
Es ist lediglich ein Datum zum Schutz für den Verbraucher, das garantiert, dass die Lebensmittel bis dahin noch die Ursprüngliche Form, Farbe, Geruch und Konsistenz haben.
Gerade Trockene Lebensmittel können unabhängig von ihrem MHD weiter verarbeitet werden. Bei Milchprodukten helfen uns unsere Sinne um zu erkennen, wie lange das Produkt haltbar ist. Die Geruchsprobe reicht meist aus. Wer sicher gehen will probiert. Ein Probierlöffel stellt kein gesundheitliches Risiko dar.
Gerade bei Aufstrichen und Marmeladen ist Schimmel der Indikator, der leicht sichtbar ist.

mehr dazu

Essen im Eimer Reportage über Lebensmittelverschwendung

Taste the Waste Film über Lebensmittelverschwendung

Zu gut für die Tonne Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Noch mehr zum Thema Reduce folgt in Kürze…

Postwachstum, Freude an Genügsamkeit, Subsistenz, Slow Food – Slow Fashion, Entschleunigung und Befreiung vom Überfluss…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.