Was einkaufen

Kaffeebohnen

Wer müllfrei seinen Kaffee zubereiten möchte, muss sich nicht nur von Senseo und Nespresso verabschieden. Auch Pulverkaffee wird man nur schwer lose bekommen, da er sein Aroma zu schnell verlieren würde.
Aber die Lösung ist einfach. Ganze Kaffeebohnen bekommt ihr in so ziemlich jeder Kaffeerösterei lose in eurer Säckchen, in eure Dose oder in euer Einmachglas. Solche Röstereien gibt es mittlerweile an jeder Ecke, auch Fair Trade und Bio Siegel werden immer verbreiteter.

Die so eingekauften Bohnen können zu Hause portionsweise gemahlen (in einer dieser hübschen historischen Handmühlen zum Beispiel) und zubereitet werden. Voila: Kaffee müllfrei !

Hier nur einige Kaffeeröstereien aus Köln

moxxacaffe Rösterei – Köln, Belgisches Viertel
Bio, fairtrade

Van Dyck Rösterei – Köln, Ehrenfeld
Bio, fairtrade und Rabatt für eigens mitgebrachte Verpackungen.

Heilandt Rösterei – Köln, Belgisches Viertel

Kaffeebaum Rösterei – Köln, Nippes

Tee

Tee gibt es nicht nur im Teebeutel, sondern auch lose. Teespezialisten haben dem Teebeutel schon lange abgeschworen und gehen ihren Tee in entsprechenden Fachgeschäften lose einkaufen. Hier wird der Tee normalerweise dann doch noch in ein Tütchen eingeschweißt. Wenn ihr aber eure eigene Dose hinhaltet, könnt ihr auf das Tütchen auch getrost verzichten.

Gerade Kräutertees werden am besten, wenn man sie einfach selber trocknet. Das ist zudem auch noch kostenfrei.

Käse und Wurst

Käse und Wurst gibt es nicht nur in vorgeschnitten Scheiben abgepackt im Supermarkt Kühlregal, wovon die Hälfte regelmäßig im Kühlschrank zu schimmeln anfängt.
Es gibt eben auch noch die gute alte Käsetheke. An Käse- und Wursttheken werden die gewünschten Waren genauso abgeschnitten, wie sie der Kunde gerne hätte. Und hier liegt auch das Potential des verpackungsfreien Einkaufs. Mit den eigenen Dosen im Gepäck kann man auf die doppelte und dreifache übliche Verpackung dieser Einrichtungen umgehen.
Das klingt erst mal perfekt, ist aber nicht immer so leicht. Denn nicht alle Theken akzeptieren die mitgebrachte Dose. Manchmal ist es Sache der Supermarktkette, dann ist es wieder die Politische Vorgabe einer ganzen Stadt.
Düsseldorf beispielsweise verbietet es, Köln erlaubt es grundsätzlich. Aber auch in Köln gilt: Jeder Supermarkt hat seine eigene Politik. Der Basic am Zülpicher Platz verweigert die Dose, der Naturata in Sülz erlaubt es.
Die besten Chancen egal in welcher Stadt habt ihr entweder in unabhängigen Geschäften, Käsereien und Metzgereien und an Marktständen. Denen ist diese Praxis meist nicht unbekannt und sie scheren sich meist um solche sinnlosen Vorschriften.

Obst und Gemüse

Der neuste Trend der Discounter geht leider dahin, Obst und Gemüse bis zu Unkenntlichkeit in schwitzende Plastikverpackungen zu verbannen. Wer schon vergessen hat, wie wir davor unsere Frischware eingekauft haben, dem sei gesagt, es gibt sie noch, die losen Äpfel!

In konventionellen Supermärkten wird das lose Angebot immer kleiner, in Bioläden und -supermarkten ist es aber wie eh und je in rauen Mengen erhältlich. Legt euer Obst und Gemüse einfach lose in den Einkaufswagen, oder bringt euch von zu Hause leichte Stoffsäckchen mit. Gerade bei kleinen Dingen wie Pilzen ist das empfehlenswert. Die Kassierer räumen zwar auch diese in Seelenruhe einzeln auf die Waage an der Kasse, vielen Einkaufenden ist das selbst eher unangenehm.

Aber auch hier ist die Beste Alternative zum Einkaufen der Wochenmarkt. Denn wer sich einmal die Lieferkette der Supermärkte angeschaut hat, dem wird schnell klar, mit Plastikvermeidung hat das alles überhaupt nichts zu tun. Auf dem Markt sieht die Sache schon anders aus. Zumindest die Produkte, die der entsprechende Bauer selbst angebaut hat, transportiert er meist lose in Kisten von Hof zu Marktstand. Gerade was saisonale Produkte anbetrifft, kommt ihr zudem auch oft noch günstiger weg.

Brot und Brötchen

Backwaren kauft ihr allein schon aus gesundheitlichen Gründen am besten frisch vom Bäcker oder der Brötchentheke. Solche Theken akzeptieren ohne Probleme mitgebrachte Säckchen oder Tüten oder geben euch die Backwaren im Zweifelsfall auch auf die Hand.

Milchprodukte

Milchprodukte sind ebenfalls kein Problem. Alle Milchprodukte sind mittlerweile im Biosupermarkt und auch manchen konventionellen Supermärkten in Pfandflaschen oder -Gläsern erhältlich. Milch, Sahne, Joghurt, Buttermilch, Schwedenmilch, Rohmilch…, Quark ist etwas seltener zu finden. Den gibt es oft nur auf dem Markt oder ins einigen wenigen Biomärkten. Das einzige was es nicht gibt, ist Butter. Wie ihr diese aber aus Sahne ganz einfach selbst machen könnt, zeigen wir euch hier.
Wenn ihr einen Bauern ihn der Nähe habt, könnt ihr vielleicht sogar noch mit der eigenen Milchflasche vorbei gehen. Um den Einzelhandel zu umgehen, bieten einige Bauern auch sogenannte Milchtankstellen an, an denen ihr zu jeder Tag und Nachtzeit zapfen könnt.

8 Comments to Was einkaufen

  1. Karin schreibt:

    Liebe Olga,
    Ich lese gerade dein Buch und dort steht, dass du deinen Kaffee in einer Rösterei im eigenen Säckchen kaufst undfür ein Kilo Bio-fair-Kaffe rund € 20,- bezahlst. Das ist ein super Preis. Aber welche Rösterei ist das? Die von Dir genannten haben alle Preise von knapp € 30,- pro kg.
    Verrätst du mir deine??
    Übrigens, Dein Buch ist klasse.
    Ich finde es für mich lebensnaher als das von Bea Johnson.
    Liebe Grüße Karin

    • Olga schreibt:

      Danke für das Feedback 🙂
      Ich bin immer zu Moxxa gegangen. Vielleicht sind die Preise aber mittlerweile auch teurer. Wie auch immer – der Preis ist es wert, das habe ich mittlerweile gelernt, seit wir selbst im Lebensmittelgeschäft tätig sind.
      lg

  2. Natalie schreibt:

    Hallo Olga!
    Als ich Euch bei Stern TV gesehen habe, gab es einen kurzen Ausschnitt zu den Lebensmitteln, die Ihr auch vorrätig in größeren Mengen kauft. Mich interessiert ganz besonders, wo Ihr die Bohnensäcke bestellt. Es ist gar nicht so einfach einen guten Händler zu finden, der nicht nur große Mengen, sondern auch Bio-Produkte verkauft. Mir ist auch aufgefallen, das viele Onlinehändler nichts – oder nur sehr wenig – über die Herkunft der Lebensmittel schreiben und schon gar nicht, wie diese verarbeitet wurden, Konservierungsstoffe, Zuckerarten etc.
    Wenn Du mir da weiterhelfen könntest wäre ich Dir sehr dankbar. Im Übrigen muss ich sagen, dass mich Euer Lifestyle sehr inspiriert hat und ich sofort damit begonnen habe, Müll zu vermeiden. Es ist auch nicht ganz einfach und ich weiß nicht, ob mir das so gut gelingen wird wie Euch. Aber was ich definitiv sagen kann, ist, dass sich ein Gedankenprozess in Gang gesetzt hat, der mein Leben positiv beeinflusst und vor allem versuche ich auch andere damit anzustecken.

    Viele Grüße aus dem Kölner NordWesten!!!

  3. Kati schreibt:

    Ich find es super toll, dass ihr euch so für Gesundheit, Nachhaltigkeit & Umwelt einsetzt 🙂
    …aaaber habt ihr dabei schonmal an vegane Ernähung gedacht?
    Immerhin sind Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte der größte Faktor unserer Co2-Problematik, (Regenwaldabholzung,Ausscheidungen etc) und auch nicht gerade als gesunde Nahrung einzustufen (Stresshormone, Wachstumshormone -natürlich & zugegeben, Antibiotika, billiges genmanipuliertes Mastfutter, Kontaminierungen mit Eiter, Kot, Dioxin, Salmonellen und div. Krankheiten).

    Lg Kati 🙂

    • Olga schreibt:

      Liebe Kati,

      Danke für deine Nachricht. Wir setzten uns in der Tat auch sehr mit diesen Problematiken auseinander, die uns durchaus bewusst sind. Mir tut es weh, zu sehen, was wir mit unseren Fleischkonsum Menschen, Natur und Tieren antun und dass so viele Menschen davor die Augen verschließen.
      Ich persönlich esse aus all den Gründen kaum noch Fleisch und wenn ich es tue, dann nur aus biologischer Haltung. Milchprodukte konsumiere ich weiterhin und wenn ich selber einkaufe dann kommt für mich auch hier nur Bio in Frage. Dabei gibt es kein genmanipuliertes Futter, artgerechte Haltung und bedeutend weniger Medikamente. Das hilft aber alles nichts, solange wir nicht alle unseren Konsum deutlich reduzieren.
      Ich würde gerne häufiger auf vegane Alternativen umsteigen, aber die gibt es leider nicht in Pfandflaschen, so wie die Milchprodukte. So habe ich mich bisher für die Müllfreie Variante entschieden.
      Grundsätzlich glaube ich aber nicht, dass es für die Weltbevölkerung realistisch ist, auf Tierprodukte vollkommen zu verzichten. Es gibt Regionen in der Welt, in denen Ackerbau gar nicht möglich ist und Menschen nur von ihren Tieren leben. Und auch in unseren Breiten steigen veganer oft auf Produkte um, die von sehr weit her importiert werden. Die Mengen an Nüssen und Tropenobst, die ein Veganer zu sich nimmt können ebenfalls keine Weltbevölkerung ernähren.
      Weiter sind gerade vegane Produkte im Handel so stark verpackt und sehr häufig mit Palmöl versetzt, dass sie für mich keine Alternative darstellen. Von der ganzen Verpackung, dem Müll und dem Palmöl gehen genauso Regenwaldabholzung, Ölkatastrophen, Klimaerwärmung und leidende Tiere und Menschen hervor. Bevor ich mir Schuhe aus Plastik kaufe, kaufe ich mir lieber welche aus natürlichem Leder (natürlich nur aus artgerechter Haltung). Und wenn wir alle keinen Honig mehr essen würden, gäbe es wahrscheinlich schon gar keine Bienen mehr, weil sie ohne unser wirtschaftliches Interesse in unserer Umwelt kaum noch überleben können.
      Ich bin absolut pro weniger Tierprodukte! Wenn ich die Produkte unverpackt bekäme, wäre ich zu Hause wahrscheinlich auch veganer. Ich würde mir aber gerade von den Veganern wünschen etwas über den Tellerrand zu schauen. Und nicht alles blind als gut zu befinden, nur weil es vegan ist.
      🙂

      • Julia schreibt:

        Liebe Olga,

        meiner Erfahrung nach passen vegane Lebensmittel und Müllvermeidung hervorragend zusammen. Probier doch mal, Milchalternativen selbst herzustellen! Ich mache Soja-, Mandel- und Hafermilch immer selbst. Sojabohnen, Mandeln und Haferflocken bekommst du in verpackungsfreien Läden (gibt es ja in Köln leider noch nicht), zumindest aber in Papierverpackung oder in großen Gebinden. Aus der pflanzlichen Milch kannst du mit dann auch Sahnealternativen oder Tofu herstellen (im Internet gibts jede Menge Anleitungen). Seitan kannst du aus Weizenmehl selbst herstellen, Weizenkörner bekommst du sicher auch unverpackt. Seitan ist super für Gulasch, Würstchen, Bolognese, Schnitzel usw. Aus Cashewkernen kannst du tollen fermentierten „Frischkäse“ herstellen, auch die Kerne sollten unverpackt erhältlich sein.

        Ein Zero-Waste-Anspruch ist sehr lobenswert, meiner Meinung nach macht es aber auch Sinn, das große Ganze im Blick zu haben und abzuwägen zwischen Ressourcenverbrauch, Co2-Belastung, Fairness usw., anstatt sich zu sehr auf ein Thema zu versteifen 😉

        Viele Grüße
        Julia

        • Olga schreibt:

          Liebe Julia,

          Vielen Dank für deine Tipps. Ich mache bereits Tofu selber, allerdings nur selten, da es viel Arbeit ist und ich immer soviel Okara daraus bekomme, dass die Bratlinge, die ich damit mache uns allen schon aus den Ohren raus kommen.
          Seitan esse ich ebenfalls gerne, aber zur Zeit eher nicht, da ich mir nicht sicher bin, ob meine Haut so viel Gluten verträgt.
          Leider, leider bekomme ich alle diese Grundstoffe, die du ansprichst ganz und gar nicht unverpackt, geschweige denn ohne Kunststoffverpackung. Mit unseren 25 Kilogramm Großgebinden, bekommen wir zumindest einiges in Pappsäcken, eine Lösung für alle ist das aber nicht. Und gerade die Nüsse gibt es noch nicht mal in Großgebinden ohne Kunststoffverpackung.

          Deinen letzten Satz kann ich nur unterschreiben. Das wirklich lobenswerte am Zero Waste Anspruch ist gerade, dass es nämlich genau um all diese Aspekte geht: Ressoursenverbrauch, C02-Belastung, Fairness, Tierschutz, Umweltschutz, Maßhaltigkeit usw.

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