Lebensmittel einkaufen

Kaffeebohnen

Wer müllfrei seinen Kaffee zubereiten möchte, muss sich nicht nur von Senseo und Nespresso verabschieden. Auch Pulverkaffee wird man nur schwer lose bekommen, da er sein Aroma zu schnell verlieren würde.
Aber die Lösung ist einfach. Ganze Kaffeebohnen bekommt ihr in so ziemlich jeder Kaffeerösterei lose in eurer Säckchen, in eure Dose oder in euer Einmachglas. Solche Röstereien gibt es mittlerweile an jeder Ecke, auch Fair Trade und Bio Siegel werden immer verbreiteter.

Die so eingekauften Bohnen können zu Hause portionsweise gemahlen (in einer dieser hübschen historischen Handmühlen zum Beispiel) und zubereitet werden. Voila: Kaffee müllfrei !

Tee

Tee gibt es nicht nur im Teebeutel, sondern auch lose. Teespezialisten haben dem Teebeutel schon lange abgeschworen und gehen ihren Tee in entsprechenden Fachgeschäften lose einkaufen. Hier wird der Tee normalerweise dann doch noch in ein Tütchen eingeschweißt. Wenn ihr aber eure eigene Dose hinhaltet, könnt ihr auf das Tütchen auch getrost verzichten.

Gerade Kräutertees wie Brennnesseltee werden am besten, wenn man sie einfach selber trocknet. Das ist zudem auch noch kostenfrei.

Käse und Wurst

Käse und Wurst gibt es nicht nur in vorgeschnitten Scheiben abgepackt im Supermarkt Kühlregal, wovon die Hälfte regelmäßig im Kühlschrank zu schimmeln anfängt.
Es gibt eben auch noch die gute alte Käsetheke. An Käse- und Wursttheken werden die gewünschten Waren genauso abgeschnitten, wie sie der Kunde gerne hätte. Und hier liegt auch das Potential des verpackungsfreien Einkaufs. Mit den eigenen Dosen im Gepäck kann man auf die doppelte und dreifache übliche Verpackung dieser Einrichtungen umgehen.
Das klingt erst mal perfekt, ist aber nicht immer so leicht. Denn nicht alle Theken akzeptieren die mitgebrachte Dose. Manchmal ist es Sache der Supermarktkette, dann ist es wieder die Politische Vorgabe einer ganzen Stadt. Jeder Supermarkt hat zudem seine eigene Politik.
Die besten Chancen egal in welcher Stadt habt ihr entweder in unabhängigen Geschäften, Käsereien und Metzgereien und an Marktständen. Denen ist diese Praxis meist nicht unbekannt und sie scheren sich meist um solche sinnlosen Vorschriften. Leider gibt es nur noch wenige unabhängige Biohändler.

Obst und Gemüse

Der neuste Trend der Discounter geht leider dahin, Obst und Gemüse bis zu Unkenntlichkeit in schwitzende Plastikverpackungen zu verbannen. Wer schon vergessen hat, wie wir davor unsere Frischware eingekauft haben, dem sei gesagt, es gibt sie noch, die losen Äpfel!

In konventionellen Supermärkten wird das lose Angebot immer kleiner, in Bioläden und -supermarkten ist es aber wie eh und je in rauen Mengen erhältlich. Legt euer Obst und Gemüse einfach lose in den Einkaufswagen, oder bringt euch von zu Hause leichte Stoffsäckchen mit. Gerade bei kleinen Dingen wie Pilzen ist das empfehlenswert. Die Kassierer räumen zwar auch diese in Seelenruhe einzeln auf die Waage an der Kasse, vielen Einkaufenden ist das selbst eher unangenehm.

Aber auch hier ist die Beste Alternative zum Einkaufen der Wochenmarkt. Denn wer sich einmal die Lieferkette der Supermärkte angeschaut hat, dem wird schnell klar, mit Plastikvermeidung hat das alles überhaupt nichts zu tun. Auf dem Markt sieht die Sache schon anders aus. Zumindest die Produkte, die der entsprechende Bauer selbst angebaut hat, transportiert er meist lose in Kisten von Hof zu Marktstand. Gerade was saisonale Produkte anbetrifft, kommt ihr zudem auch oft noch günstiger weg.

Die verschwendungsärmste Möglichkeit um an Gemüse heranzukommen ist die Solidarische Landwirtschaft

Unter der Bezeichnung Solidarische Landwirtschaft verbirgt sich die wohl verschwendungsärmste Form der gewerblichen Landwirtschaft. Durch die Mitgliedsbeiträge aller Teilnehmer einer Solawi wird ein Hof für ein Jahr lang voll finanziert und alle Erträge aus dem Hof werden gerecht auf alle Beteiligten verteilt. So werden auch die „hässlichsten“, kleinsten und verkümmersten Gemüseexemplare verteilt und verwertet, die es sonst noch nicht einmal in die Auslage schaffen, geschweige denn in den Einkaufskorb. Nur hier kommt wirklich alles auf den Tisch.
Leider gibt es noch nicht allzu viele Solawis und da einen Platz zu bekommen ist nicht immer einfach. Schaut doch einfach mal rein, ob es bei euch in der Nähe eine gibt.

In Köln wird ab dem nächsten Jahr eine Solawi starten, mit einem Bauernhof in Stommeln. Wir werden dabei sein. Wenn ihr auch Interesse habt, schaut es euch hier einfach mal an.

Brot und Brötchen

Backwaren kauft ihr allein schon aus gesundheitlichen Gründen am besten frisch vom Bäcker oder der Brötchentheke. Solche Theken akzeptieren ohne Probleme mitgebrachte Säckchen oder Tüten oder geben euch die Backwaren im Zweifelsfall auch auf die Hand.

Milchprodukte

Milchprodukte sind ebenfalls kein Problem. Alle Milchprodukte sind mittlerweile im Biosupermarkt und auch manchen konventionellen Supermärkten in Pfandflaschen oder -Gläsern erhältlich. Milch, Sahne, Joghurt, Buttermilch, Schwedenmilch, Rohmilch…, Quark ist etwas seltener zu finden. Den gibt es oft nur auf dem Markt oder ins einigen wenigen Biomärkten. Das einzige was es nicht gibt, ist Butter. Wer Sahne bei Zimmertemperatur in ein Schraubglas gibt, und schüttelt, bekommt bald feinste selbst gemachte Butter heraus.
Wenn ihr einen Bauern ihn der Nähe habt, könnt ihr vielleicht sogar noch mit der eigenen Milchflasche vorbei gehen. Um den Einzelhandel zu umgehen, bieten einige Bauern auch sogenannte Milchtankstellen an, an denen ihr zu jeder Tag und Nachtzeit zapfen könnt.

Spezialprodukte für ein Leben ohne Müll

Trockene Lebensmittel

Reis, Linsen, Haferflocken etc. sind besonders schwer unverpackt oder wenigstens in Papier verpackt erhältlich. Diese Lebensmittel bekommst du praktisch nur in speziellen Unverpackt Läden wie Tante Olga – Köln Unverpackt. Glücklicherweise tauchen in Deutschland immer mehr solcher Läden auf. Hier findest du eine auflistung: unverpackt Einkaufen

Eine Möglichkeit Verpackungsmaterial einzusparen auch wenn man keinen Unverpackt Laden in der Nähe hat ist in möglichst großen Gebinden einzukaufen. Dabei gibt es noch zusätzlich den Vorteil, dass Großpackungen meist nicht, wie im Supermarkt in Kunststoff, sondern in Papiersäcken. Natürlich ist so ein 25 Kg Sack nicht nur eine Investition, sondern auch ein Risiko für Lebensmittelschädlinge. Wir behelfen uns mit einer kleinen, privaten Einkaufsgemeinschaft und teilen uns Lebensmittel mit Freunden.

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Hier bekommt ihr ein paar Internetadressen, die Lebensmittel in Großgebinden vertreiben:

Stübener Kräutergarten – Dornbirn, Österreich

Bio Rittmeyer – Waldeck, Hessen
Verkauft auch kleinere Großpackungen in Papiersäcken

Getreidehof – Mogersdorf, Österreich

Biokaufladen
Fragt vor dem Bestellen erst nach der Verpackungsart

Naturkost.com – Karlsdorf-Neuthard, Baden-Württemberg

New Start Center
Gemischte Anbieter

Fertigprodukte

Viele Lebensmittel bekommen wir einfach nicht unverpackt oder in Papierverpackung. Gerade Fertigprodukte und verarbeitete Lebensmittel brauchen einfach ihre Verpackung um zum Kunden zu kommen. Hier gilt frisch kochen ist die beste Methode. Mit ein wenig Übung lässt sich auch in kürzester Zeit aus den einfachsten Zutaten eine schmackhafte Malzeit zubereiten. Ich habe diese Technik soweit perfektioniert, dass ich Fertigprodukte nicht mehr vermisse.

Anders sieht es mit sogenannten Halbfertigprodukten aus. Diese sind selbst in der Frischen Küche eine gute Ergänzung. Wer etwas Zeit hat, kann vieles davon aber auch leicht selbst machen. Das ist auch eine ideale Beschäftigung um Kindern das Kochen näher zu bringen oder Adventswochenenden mal anders zu verbringen als shoppen zu gehen. Positiver Nebeneffekt ist: Man lernt immer etwas spannendes dazu. Ein Wissen was heute oft verloren gegangen ist.

Folgende kannst du zum Beispiel selber machen:

  • Müsliriegel, Knäckebrot, Zwieback, Pudding, Früchtejoghurt
  • Aufstriche, Pestos, Tomatensugo, Marmelade, Nussmus
  • Sirup, Tee, Sprudelwasser
  • Nudeln, Klöse, Pizzateig, Blätterteig (etwas aufwändiger), Tortellini
  • Seitan, Tofu
  • Frischkäse, Butter, Sojamilch ,Getreidemilch, Nussmilch
  • herzhafte Kräcker, Käsestangen, Kekse, gebrannte Mandeln, geröstete Erdnüsse, Chips, Bonbons, heiße Maronen
  • uvw.

Im Internet findest du so viele Rezepte, dass ich gar nicht erst anfange sie hier zu notieren. Probier es einfach mal aus und mach dich ein ganzes Stück unabhängiger.

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