Tipps für Eilige

Müllsparen ist nicht nur eine Angelegenheit für Hausfrauen, die nicht wissen wohin mit ihrer Zeit. Jeder noch so beschäftigte Businessmann, kann seinen Beitrag leisten. Folgende Tipps kosten euch einen Funken mehr Zeit.

1. Haare Waschen

Wasche dir die Haare mit Haarseife, statt mit Shampoo und die Haut mit fester Seife statt mit Duschgel und Flüssigseife. Das braucht nicht länger als die Produkte aus der Plastikflasche.

2. Rasieren

Benutze einen Rasierhobel, und Seife anstatt Einwegrasierern und Rasierschaum. Gerade die Bartrasur funktioniert mit so einem Rasierhobel zu dem auch noch besser.

3. Wasser

Kauf kein Flaschenwasser, sondern trink aus der Leitung. Das Wasser ist mindestens genauso gut und du kannst dir die Zeit des lästigen Flaschenschleppens auch noch sparen. Wer es sprudelig mag ist mit einer Sprudelmaschine gut bedient. Die gibt es mittlerweile auch mit Glasflaschen

4. Nein sagen

Wenn dir jemand etwas anbietet oder in die Hand drückt, greift nicht gleich zu nur weil es umsonst ist. Lass die Pröbchen in den Hotels einfach liegen, ignoriere die Fleyerverteiler, antworte auf Fragen nach Serviette oder Strohhalm einfach mit nein. Dann brauchst du auch noch weniger Zeit fürs anschließende Mülleimer suchen.

5. Wahl ohne Qual

Oft hast du eine ganz offensichtliche Wahl. Entscheide dich häufiger mal gegen Dosenbier und für die Pfandflasche, ziehe die Verpackung aus Pappe oder Papier solcher aus Plastik oder Aluminium vor, wähle Mehrweg statt Einweg.

6. Weglassen

Das Obst und Gemüse lose in den Einkaufswagen zu legen oder ins mitgebrachte Stoffsäckchen dauert nicht länger als es in einzelnen Tütchen zu verstauen.

7. Die richtige Wahl treffen

Einige Produkte verursachen schlichtweg mehr Müll als andere. Bambuszahnbürsten z.B putzen genauso schnell wie solche aus Plastik, eine Menstruationstasse wird genauso angewendet wie ein Tampon und man muss sie sogar seltener wechseln.

8. Dauert Müllsparen länger?

Rechne mal zusammen, wie viel Zeit du damit verbringt, Lebensmittel auszupacken und Müll runter zu bringen, wie lange du morgens vor dem Kleiderschrank stehst wie lang es dauert ständig neue Einwegprodukte zu kaufen und was Shoppen erst an Zeit benötigt. Aber besonders viel Zeit geht dabei drauf, das Geld zu verdienen, um all diese Dinge kaufen zu können. Wer weniger kauft, spart nicht nur Zeit beim Kaufen selbst, sondern eben auch Arbeitszeit um all die Güter zu finanzieren.
Ja, es ist wirklich ein denkbares Modell, seinen Bedarf zu reduzieren und damit auch die Arbeitszeiten zu kürzen. Wer so weit ist, der lebt wirklich im Luxus. Mit dieser Freiheit kann kein Handy, keine Klamotte und kein Auto mithalten.

9. Nichts im Kleiderschrank

Früher dachte ich immer, ich würde nichts in meinem Kleiderschrank finden, weil ich zu wenig Klamotten hätte. Mittlerweile weiß ich, dass ich zu viele hatte und einfach nichts mehr gefunden habe. Jetzt habe ich nur noch Lieblingsteile im Schrank, kann den Inhalt leicht überblicken und bin in wenigen Minuten angekleidet. Auch trage ich ohne Bedenken so lange das gleiche, bis es in die Wäsche muss. Das spart mir gerade morgens viel Zeit. Auch Schminken tue ich mich nicht mehr. Die Akzeptanz meines natürlichen Aussehens hat nicht nur dazu geführt, dass ich viel weniger unzufrieden mit meinem Aussehen bin, ich brauche auch nur noch einen Bruchteil der Zeit im Badezimmer.

10. Was brauche ich überhaupt?

Vieles was uns in der Werbung angepriesen wird ist geradezu überflüssig. Dazu gehören Produkte wie Toilettensteine, Weichspüler, Extrawaschmittel für Schwarzes, Duftbäumchen und Raumsprays. Wer auf diesen Firlefanz verzichtet, spart sich die Zeit diese auszusuchen, einzukaufen, zu finanzieren, in der Wohnung verstauen und natürlich anzuwenden und zu entsorgen.

11. Nerviges Putzen

Je weniger Kram du in der Wohnung hast, desto weniger Zeit dauert es, alles sauber und ordentlich zu halten. Wer erst einmal darüber nachdenkt, was er wirklich für sein Glück braucht, der kann sich auch leicht von sentimentalen Sammlungen trennen. Ausmisten und Reduzieren aufs Wichtiges gibt ein unheimlich befreiendes Gefühl.

Nach so viel Zeitsparerei ist doch bestimmt noch ein Moment übrig, um zum nächsten Einkauf einen Einkaufstasche von zu Hause mitzunehmen…

10 Comments to Tipps für Eilige

  1. Lena schreibt:

    Das mit dem ausmistet der Schränke kann ich nun voll und ganz nachvollziehen. Ich habe mich eigentlich aus einem dummen Zufall dazu bewand meine Schränke auszuräumen und dabei gemerkt was ich alles nicht mehr benötige und was eigentlich totaler quatsch ist. So fing ich an Schublade für Schublade aufzuräzumen und zu entrümpeln. Das Ergebnis was beeindruckend! Ich habe nie gesammelt oder mich zugefüllt im ernsteren Sinne, dennoch sind einem einfach Kleiningkeiten aufgefallen die eigentlich doch sehr unnütz sind. Das Gefühl vin Befreiuung bekam für mich eine ganz andere Bedeutung. Alles wirkt so klar, so strukturiert und so unbelastend.
    Ein wirklich tolles Gefühl. Als ich mich nun mehr mit dem Thema zerowaste beschäftigt habe, habe ich Interesse daran gefunden und bin zur Zeit allmählich dabei mein Lifestyle ein wenig auf den Kopf zustellen. Ich muss sagen, es ist nicht ganz einfach aber es macht Spaß!
    Ich bin gespannt wie weit ich komme und auf was ich mich alles einlassen kann.

    Die Seite ist auf jeden Fall klasse und motiviert einen es anzupacken und etwas zu verändern 🙂

  2. Sarah Sue schreibt:

    Ich finde eure Einstellung super 🙂 Mein Mann und ich arbeiten seit 2 Jahren daran weniger Müll zu machen. Als ich schwanger wurde (unsere Tochter ist jetzt 10 Monate) war für uns klar, dass wir mit Stoff wickeln werden. Die Windeln habe ich gebraucht gekauft und auch ein paar kleine für den Anfang selber genäht (die kann ich dir sogar gerne leihen! 🙂 ). Als wir in unser Eigenheim gezogen sind, war unsere Mülltonne immer sehr voll (Renovierungsmüll, Verpackungen von Tapeten usw.) Jetzt haben wir schon einiges eingespart. Wir bekommen jede Woche unsere Gemüsekiste und Wurst kaufen wir bei einem Metzger einen Ort weiter, wo nur das Nötigste an Verpackung verwendet wird. Es ist aber gar nicht so einfach. Haarseife habe ich auch eine Zeit lang genutzt, aber sie verträgt sich nicht mit meiner bunten Haarfarbe 🙁 Wenn schon Schampoo, dann lege ich Wert auf tierversuchsfreie Sachen (Animals Liberty hat eien super Datenbank!). Und einen schönen Tipp für’s Baby habe ich noch. Wir mieten einige Babysachen auf http://www.raeubersachen.de Das Konzept ist super und der Karton in dem die Ware geliefert wird, dient auch für den Rückversand (der inklusive ist). Die legen zwar auch ein Wollwaschmittel bei, aber wenn du sowas selber machen kannst, brauchst du es nicht bestellen. Und wenn man schreibt, dass man keine Werbung dabei haben möchte, tun sie bestimmt auch keine rein.
    Ich werde hier öfter mal vorbei schauen. Köln ist zum Einkaufen zu weit weg, aber wenn wir dort mal einen schönen Tag verbringen und euer Laden hat auf, kommen wir rein 🙂

    • Olga schreibt:

      Das mit dem Leihen ist ja eine witzige Sache. Rentiert sich das denn preislich? Wenn man Neukaufen würde wahrscheinlich schon, ne, Dagegen wenn die Klamotten durchgereicht werde, bin ich mir nicht sicher. Aber die Idee ist auf jeden Fall schön, Dinge nicht besitzen zu müssen, sondern sie nur zeitweise zu nutzen.
      Es gibt mittlerweile auch Shampoo ist fester Form. Ich kenne jetzt keinen Hersteller, aber vielleicht findest du selbst etwas. Unter Shampoo bar vielleicht..
      Was die Windeln angeht, hadere ich etwas mit dem System, welches ich für sinnvoll halte. Ich habe aber auch nicht wirklich Zeit zur Recherche gerade. Wahrscheinlich muss man eh alles mal ausprobieren um dann festzustellen, womit man am besten kann. Mich würde interessieren, wie du sie selbst genäht hast? und aus welchem Stoff? Nähen tue ich ja auch immer gerne.
      Und zu guter Letzt, freuen wir uns sehr, wenn du mal rein schaust, so bald die Türen offen sind. Wir wollen nicht nur verkaufen, sondern einen regen Austausch fördern unter allen, die die Welt ein wenig Müllfreier gestalten wollen 🙂

      • Sarah Sue schreibt:

        Räubersachen rentieren sich gegenüber dem Neukauf. Ich kaufe gerne 2nd Hand, aber gute Öko-Klamotten finde ich da selten.
        Ich habe die Windeln aus Jersey und Molton genäht, z.T. aber auch aus Frottee. Man kann im Grunde alles Mögliche verwenden, was man so in der Stoffkiste hat. Das Schnittmuster habe ich als ebook auf dawanda gekauft. Und ja es stimmt, man muss sein System einfach finden. Jeder findet was anderes toll. Ich habe mich gar nicht so wirklich damit beschäftigt, sondern einfach ausprobiert und was mir nicht gefallen hat, habe ich wieder verkauft. Bei facebook gibt es einen Stoffwindelflohmarkt und mein Starterpaket habe ich bei ebay Kleinanzeigen gekauft.
        Zum Shampoo in fester Form werde ich auf jeden Fall recherchieren! Im Bad gibt es noch Verbesserungsbedarf! Wir verwenden zwar noch „richtiges“ Deo, aber einen Stift von Speick, von dem wir pro Person nur einen im Jahr brauchen. Zero Waste ist bei uns in weiter Ferne, aber weniger Müll ist das Thema! Und weniger besitzen! Ich miste gerade fleißig aus und verschenke Sachen, damit man einfach nicht so viel hat. In der Verwandschaft habe ich auch schon erreicht, dass unsere Tochter nicht mit Besitz überhäuft wird. Da reagiere ich total allergisch wenn ich bei Freunden sehe, dass das Kind die 5. Spieluhr und den 10. Farbmalkasten bekommt. Schrecklich!

  3. Angelika schreibt:

    Bitte achtet doch darauf, dass ihr nicht mithelft, Geschlechterstereotypen zu verfestigen, wie ihr es in eurer Formulierung „Müllsparen ist nicht nur eine Angelegenheit für Hausfrauen, die nicht wissen wohin mit ihrer Zeit. Jeder noch so beschäftigte Businessmann, kann seinen Beitrag leisten.“ tut. Sowas nervt, denn: Es gibt inzwischen auch sehr viele Männer, die sich für den Haushalt verantwortlich zuständig fühlen – und sogar Businessfrauen! In diesem Sinne, liebe Grüße, Angelika

    • Olga schreibt:

      Genau das möchte ich damit ausdrücken, dass es unabhängig von Geschlecht und Beruf ist, dass man sich für das Thema interessiert.
      Rein erfahrungsgemäß ist es aber schon sehr geschlechtsspezifisch, wie mit dem Thema umgegangen wird. Frauen sind einfach viel empfänglicher für das Thema und Männer eher etwas zögerlicher.

  4. Valerie Drahoh schreibt:

    Hallo
    Ich wollte mich bei euch erkundigen und zwar geht es um Obst und Gemüse.
    Ich ekle mich ziemlich vor den Einkaufswägen und Fliesbändern, aber wenn man das das Obst und Gemüse lose kauft, kommt man zumindest um das Fliesband meist nicht herum, dann fässt es auch noch die Kassiererin mit den Händen an, mit denen sie zuvor Geld angefasst und vielleicht auch noch gehustet hat.
    Meine Frage ist, ob diese ganzen Keime nur durch abwaschen runter gehen?
    Ich versuche keine Plastiktüten zu benutzen, aber dann habe Ich immer ein ungutes Gefühl beim essen und kaufe meist nur Dinge die man verkochen muss damit die Bakterien absterben.
    Vielleicht mache Ich mich auch nur verrückt, aber Ich würde gerne Ihre Meinung hören.

    Ihr habt eine tolle Seite und Ich bewundere euch sehr.

    Liebe Grüße

    • Olga schreibt:

      Hallo Valerie,
      du bist nicht alleine mit diesen Gefühl. Ich glaube es geht sehr vielen in unserem Kulturkreis so. Wir werden so erzogen und von der Werbung darin bestätigt, das jeder Keim für uns gefährlich ist und unbedingt vermieden werden muss.
      Ich persönlich glaube aber, dass das vollkommen überzogen ist. Es gibt nur wenige Keime, die dir wirklich gesundheitlich etwas anhaben können. Dann gibt es sehr viele Keime, die dein Organismus zum leben braucht und zuletzt gibt es solche Keime, die zwar auf Konfrontation wollen, einem normalem Immunsystem aber nicht viel anhaben können. Ganz im Gegenteil. Der Kontakt zu relativ harmlosen Keimen trainiert dein Immunsystem und deine Abwehrkräfte um im Ernstfall auch mit gefährlicheren Keimen besser klar zu kommen. Es gibt also keinen Grund per se Angst vor Keimen zu haben.
      Ich weiß nicht wie es um dein Immunsystem steht, aber ich beiße in den Apfel sogar hinein, wenn er vorher über den Fußboden gerollt ist.
      Wenn sie dir aber trotzdem nicht geheuer sind, so reicht es aus wenn du dein Obst und Gemüse zu Hause wächst. Das machst du wahrscheinlich sowieso schon, denn du weist ganz genauso wenig, wer es vor deinem Einkaufswagen alles angefasst und angehustet hat.

      Ich hoffe, ich konnte dir deine Bedenken ein wenig nehmen und vielen Dank für das Lob. 🙂

    • Christine schreibt:

      Hallo Valerie,

      ich benutze für mein Obst und Gemüse seit einiger Zeit kleine Baumwoll-Taschen (z.B. von Naturtasche.de oder selber nähen). Da packe ich mein Obst und Gemüse rein, dann liegt es nicht lose im Einkaufswagen, was z.B. wenn man 500g lose Zwiebeln kauft auch eher lästig ist, und wird auch nicht vom Kassierer angetatscht. Wird das Obst gewogen sind die Baumwoll-Taschen zwar ein klein bischen schwerer als die Plastiktütchen aber die paar Cent bezahle ich gerne mehr, wenn ich damit Plastikmüll sparen kann.

      LG Christine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.