Worum geht´s

Zero Waste Lifestyle

ist das Streben danach, so wenig Müll wie möglich zu hinterlassen.

Dabei geht es nicht darum, wie weit man ist, sondern, dass man anfängt. Denn:
Alles was es wert ist getan zu werden, ist es auch wert unvollkommen getan zu werden (Marshall Rosenberg). 

Aber warum ist es das wert?
Warum macht Müllvermeidung Sinn?
Was hat meine Welt davon?
Und was habe ich persönlich davon?
All diese Fragen möchte ich in diesem Blog beantworten und ganz nebenbei auch noch zeigen, wie du selbst immer mehr Zero Waste in dein Leben einbauen kannst.

Müll in der Umwelt

Müll in der Umwelt ist zu einem globalen, nicht mehr übersehbaren Problem geworden. 4.6 Mio. Tonnen Plastik landen jährlich im Meer. Deutschland ist dabei kein ausschlaggebendes Verursacher Land. Durch unsere gute Müllabfuhr und unsere effizient Abfallwirtschaft ist der Eintrag in die Umwelt vergleichsweise gering. Vor allem solche Länder, die keine Müllabführ haben, sind das Problem. Hier wird der Müll deponiert, hinterm Haus verbrannt oder in den nächsten Fluss gekippt.

Trotzdem können wir uns nicht wirklich frei machen von der Verantwortung. Zum einen sind wir ein Vorbild für sehr viele Länder dieser Erde, die unser Konsumniveau anstreben. Und: Wir exportieren unseren Müll sogar in genau solche Länder.

Zu glauben, hierzulande gabe es das nicht, ist aber auch naiv. Wer mal genau die Augen aufmacht oder sogar Müll einsammeln geht, der weiß, wie viel auch in unseren Straßen, Parks und Flüssen rumliegt, was dort nicht hingehört. Bonbonpapiere, Silvesterrückstände, Feuchttücher, Zigarettenstummel,….

Unsere Weltmeere sind mittlerweile voll von unserem Abfall, was zunehmend zum Problem für dessen Lebewesen wird. 1 Mio. Seevögel und 100.000 Meeressäuger verhungern jährlich mit vollem Magen, weil sie so viel Müll gefressen haben. Oder sie strangulieren sich an hinterlassenen Fischernetzen.

Wie Müll in der Umwelt zur tödlichen Gefahr wird.

Mikroplastik

Wie lang Kunststoff braucht, bis er sich biologisch abbaut liegt je nach Sorte bei geschätzt bis zu 500 Jahren. Da der Werkstoff selbst noch gar nicht so als ist, vermag auch keiner zu sagen, ob diese Prognosen stimmen. Gerade im Meer zerfällt Kunststoff aber relativ schnell in immer kleinere Teile. Auch wenn er mit dem bloßen Auge nicht mehr sichtbar ist, ist er immer noch da – als Mikroplastik. Dieses Mikroplastik kann noch besser gefressen werden, von allen Lebewesen. Kaum ein Meerestier ist heute noch frei von diesen Plastikpartikeln.

Aber nicht nur die Fischessenden unter uns bekommen ihren Müll irgendwann zurück. Auch das, lang als gesund angepriesene, Meersalz ist mit Mikroplastik belastet.

Noch absurder wird es, da wir Mikroplastik sogar ganz bewusst ins Abwasser kippen. So enthalten sehr viele unserer Kosmetik- und Pflegeprodukte und Waschmittel bereits Mikroplastik oder flüssige Polymere, welche mit dem Abwasser direkt in die Umwelt gelangen. Kläranlagen können es nicht herausfiltern. Auch der Abrieb von Kunstfasern (z.B. Fleece) aus denen immer mehr Kleidungsstücke gefertigt werden, gelangen mit der Wäsche ins Abwasser. Es gibt eine Vielzahl von Quellen aus denen kleine Kunststoffpartikel abreiben, wie Schuhsohlen und Wasserrohre, aber auch Verpackungen. Die größten Verursacher sind aber Autoreifen und Straßen sowie Kunstrasenplätze. In der Summe gelangen so in Deutschland 330.000 Tonnen Mikroplastik pro Jahr in die Umwelt. Das sind 4 Kg pro Person!

BUND Einkaufsratgeber für Kosmetik ohne Mikroplastik. Wer direkt auf Naturkosmetik setzt, ist sowieso auf der sicheren Seite.

Mythos Mülltrennung

Mit dem Beginn des Recyclings begann auch die uferlose Produktion von Verpackungsmüll unter dem Deckmantel einer scheinbar nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

(Recyelbares) Glas und Aluminium können bis zu 100% recycelt werden, wenn sie in den richtigen Mülleimer gegeben werden. Das braucht zwar viel Energie, aber immer noch weniger, als die Neuherstellung der Stoffe.

Papier kann nur bis zu sechs mal wieder verwendet werden, weil die Fasern immer kürzer werden. Hinzu kommt, dass die Druckfarben das Papier mit Schadstoffen kontaminieren und das Recyclingpapier entwerten. Es darf zum Beispiel nicht mehr als Lebensmittelverpackung genutzt werden.

Es gibt auch andere Druckfarben. Diese werden aber bisher nicht flächendeckend eingesetzt.

Kunststoff kann nur recycelt werden, wenn er sortenrein, sauber und in ausreichender Menge vorliegt. Da es zahllose Kunststoffsorten gibt und verschiedene Materialien immer komplexer mit einander kombiniert werden, ist das Trennen häufig unmöglich oder nicht wirtschaftlich, weil frisches Rohöl günstiger ist. Hinzu kommen Klebstoffe, Farbstoffe und Verschmutzungen, die die Reinheit stören. So wird nur ein Bruchteil des Kunststoffs wieder verwertet. Und auch hier ist der Begriff Recycling nur in den seltensten Fällen angebracht. Denn meist wird ein minderwertiges Produkt, wie eine Parkbank daraus und beendet den Kreislauf. Deutlich mehr Recycling wäre möglich, der erste Schritt dahin muss aber sein, den Kunststoff besser recycelbar zu gestalten. Der größte Teil wird energetisch recycelt, also verbrannt. Das ist zwar auch eine Verwertung, aber eine endgültige.

Restmüll wird nur in sehr geringem Maße sortiert. Das Gros geht aber in die Müllverbrennung. Und: Alles was wir am Straßenrand in einen öffentlichen Mülleimer werfen, ist ebenfalls Restmüll.

Ressourcen

Und was ist es, was wir da mit unserem Müll verbrennen? Wir verbrennen Ressourcen. Und wenn wir sie verbrennen, dann sind sie für uns nicht mehr nutzbar. Wir fördern also konstant Rohstoffe aus unseren Böden, nutzen sie immer kürzer und verbrennen sie. Kann das ewig so weiter gehen? Man muss nicht sehr schlau sein, um zu verstehen, dass das auf einem runden Planeten nicht der Fall sein kann.

Alles was wir wegschmeißen wurde einmal produziert. Es wurde produziert aus Ressourcen und Energie, die zum größten Teil endlicher Natur sind. All diese Ressourcen wurden klimaschädlich transportiert, hinterlassen zerstörte Natur und vergiftete Böden, werden mittels Chemikalien weiterverarbeitet und mittels noch mehr Chemikalien zu Produkten gemacht die wir kaufen können. Weniger zu kaufen bedeutet also immer weniger Müll und Schonung unserer Umwelt und unserer Ressourcen. Und nicht nur das. Die Förderung dieser Rohstoffe wird immer weiter ausgelagert in Länder dieser Erde, wo Arbeitsschutzbestimmungen und Löhne keinen großen Stellenwert haben. Nur so können wir die Kosten immer weiter senken und unser hohes Konsumniveau aufrecht erhalten. Unser Wachstum und unser Wohlstand basiert also auf Ausbeutung anderer.

Klimaaufheizer

Viel brauchbares bleibt bei der Verbrennung unseres Mülls nicht übrig. Zum einen 350.000 Tonnen toxische Schlacke pro Jahr, die endgelagert werden muss. Zum anderen CO2 welches in die Atmosphäre freigesetzt wird und wahrscheinlich daran beteiligt ist unser Klima zu verändern. Das führt dazu, dass das Leben in immer mehr Regionen dieser Erde immer schwieriger wird. Die Wüsten breiten sich aus, Dürreperioden nehmen zu, Stürme, Überschwemmungen, steigender Meeresspiegel, Starkregen nehmen immer mehr Menschen ihre Lebensgrundlage. So leben immer mehr Menschen auf der Flucht auf Grund der Klimaveränderungen. Heute bereits geschätzte 20 Millionen Menschen. Prognosen zufolge kann sich die Zahl in den nächsten 30 Jahren auf 200 Millionen Menschen erhöhen.

Andere fliehen aus ihrer Heimat, weil diese zunehmenden Konflikten ausgesetzt ist. Konflikte können eine Vielzahl an Auslösern haben. Immer häufiger ist aber auch der Wettlauf um die letzten Rohstoffreserven, wie zum Beispiel Erdöl (wenn auch nicht offiziell) der Auslöser.

Diese Menschen verlassen nicht zum Spaß ihre Heimat und auch nicht, um anderen etwas weg zunehmen. Da wir durch unsere Lebensweise eine offensichtlichen Anteil an ihrem Schicksal haben, ist das Mindeste was wir tun können, sie in unserem Land willkommen zu heißen, welches noch relativ unberührt ist, von den Folgen genau dieser Lebensweise.

Nachwachsende Rohstoffe

Plastik wird heutzutage zu Recht kritisch beäugt, weil der Stoff viele Probleme mit sich bringt. Allen voran basiert er meist auf der endlichen Ressource Erdöl. Alles Erdöl-Plastik durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzten kann aber nicht die Lösung sein. Denn Rohstoffe können nur nachwachsen, wenn sie genügend Platz und Zeit dafür haben, das auch zu tun. Beides wird auf unserem Planeten zunehmend knapp.

So bemisst die Initiative wie viele Rohstoffe in einem Jahr tatsächlich nachwachsen können. Gegenüber diesem Wert stellt sie unseren tatsächlichen Verbrauch. Daraus ergibt sich der Tag im Jahr, an dem wir die Ressourcen aufgebraucht haben, die in diesem Jahr nachwachsen könnten, den Earth Overschoot Day. Im Jahr 2019 lag der Tag am 29.Juli. Würde jeder auf der Welt leben wie wir Deutschen, dann würden wir schon ab dem 3. Mai auf Pump leben. Indonesien ist uns Lichtjahre voraus. Sie kommen immerhin bis Mitte Dezember aus.

Und wie genau unsere Rohstoffe da nachwachsen steht auf einem ganz eigenen Stern. Monokulturen, genveränderte Pflanzen, Pestizide, Fungizide und eine konsequente Senkung der Bodenfruchtbarkeit ist bei dieser Intensivwirtschaft Usus. Mit Nachhaltigkeit hat das wenig gemein.

Gesundheit

Die meisten unserer tagtäglich verwendeten Produkte enthalten gesundheitsschädliche Stoffe, die wir einatmen, schlucken oder über die Haut aufnehmen. So emittieren schädliche Stoffe wie Weichmacher aus Kunststoffverpackungen oder der Kunststoff selbst in unsere Lebensmittel und lagern sich in unserem Körper an. Welche gesundheitlichen Folgen dieser stetige Kontakt mit sich bringt, kann bisher niemand abschätzen. 

Aber steigende Krebs- und Alzheimerfälle (Kontakt zu Aluminium?) und unsere bekannten Zivilisationskrankheiten geben Grund genug zur Beunruhigung.

So schaden wir vermutlich unserer eigenen Gesundheit. Ganz entschieden schadet unser Konsum aber der Gesundheit vieler anderer Menschen. Arbeiter auf den Feldern für unsere konventionellen Lebensmitteln, stehen quasi in den Pestiziden, Menschen die unsere Produkte fertigen, leiden unter hohem Druck, extrem langen Arbeitstagen, Kontakt zu Chemikalien, schlechten Sicherheitsbedingungen etc. und das alles bei geringstem Lohn. Sie Leiden und Atemwegserkrankungen, Hautveränderungen, bekommen behinderte Kinder oder sterben einfach nur früh. Das alles nehmen wir in Kauf für den billigen Kauf unserer Konsumgüter.

Befreiung vom Überfluss

Status Quo unserer Gesellschaft sind gestresste Menschen, die nie Zeit haben. Menschen, die ständig konsumieren, um sich selbst zu beglücken. Menschen die immer etwas haben wollen, in der Hoffnung, dass es ihnen dann besser geht. Menschen, die nicht teilen wollen aus Angst etwas zu verlieren. Menschen die abhängig sind von Arbeit und Auto. Menschen, die mit dem Fahrstuhl ins Fitnessstudio fahren, um dort auf dem Stepper zu schwitzen. Menschen, die depressiv sind, krank sind, sich sinnlos fühlen, weil ihre tagtägliche Tätigkeit keinen wirklichen Sinn hat. Menschen, die sich immer mit anderen messen müssen und nie genug haben. Menschen, die sich immer hässlich fühlen, weil sie um sich herum nur Perfektion sehen.

Was aber brauchen wir wirklich um Glücklich zu sein? Wer sich reduziert, der reduziert auch seinen Bedarf und damit seine Abhängigkeit. Die Reduzierung ist gleichzeitig auch eine Befreiung, die man leider erst dann spürt, wenn man es selbst ausprobiert hat. Wir bekommen mehr Raum und Zeit auszuprobieren, was uns im tiefsten inneren befriedigt.

Obwohl ich auf sehr viele Dinge verzichte, die für die meisten Menschen ganz normal sind, bin ich nicht unzufrieden. Ganz im Gegenteil. Ich bin deutlich zufriedener als früher, weil ich mich nicht ständig damit beschäftige, was ich alles haben könnte, was andere haben, was meinem Status entspricht oder was man halt so macht. Ich weiß für mich, ich habe schon alles was ich brauche. Und zudem bin ich in der glücklichen Position eine berufliche Tätigkeit ausüben zu können, die mich zutiefst mit Sinn erfüllt.

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