Dünger

Veröffentlicht am: 13. August 2015 |

Die Pflanzsaison ist zwar fast schon rum, wer seinen Tomaten und Kürbissen aber auch jetzt noch mal einen Schwung geben möchte hilft nach. Dünger gibt es in Baumärkten zu Hauf, in den unterschiedlichsten Formen und Inhaltsstoffen. Hier genauer hinzusehen ist nur ratsam, denn bei weitem nicht alle Dünger sind nur gut für Boden und Pflanzen. Spätestens bei der konventionellen Landwirtschaft zeigt sich, welchen Schaden moderne Düngemethoden für Boden und Grundwasser und Flüsse haben.

Abgesehen von den Inhaltsstoffen ist es aber auch mal wieder die Verpackung, die uns stört. Von Flüssigdüngern können wir uns ganz verabschieden, da sie standardmäßig in der Plastikflasche angeboten werden. Aber selbst in diesem Granulat-förmigen Tomatendünger versteckt sich hinter dem Pappkarton eine Plastiktüte. Warum versteht kein Mensch.

Also gilt es auch hier mal wieder Alternativen zu finden. Dass Pflanzen auf humusreichen Böden am besten wachsen ist klar, da sie sich ihre Nährstoffe aus dem Boden holen. Biogärnter empfehlen zusätzlich fast verrotteten Kompost auf das Beet zu geben, andere schwören auf Pferdedung für ihre Kürbisse. So sickern die Nährstoffe mit jedem Regen in den Boden und werden von den Pflanzen aufgenommen. Wer beides nicht zur Hand hat, kann aber auch mit ein paar Tricks aus dem Haushalt nachhelfen.

Kaffeesatz

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Kaffeesatz fällt bei jedem Kaffeetrinker an und ist ein idealer Pflanzendünger, da er sowohl Kalium als auch Stickstoff und Phosphor enthält. Der getrocknete Kaffeesatz kann entweder direkt auf die Erde aufgetragen und leicht eingearbeitet werden, oder direkt beim anpflanzen mit in die Erde gegeben werden. Auch eine Flüssigdüngung als Beigabe des Blumenwassers ist möglich. Da Kaffee einen leicht sauren PH-Wert hat, ist er besonders gut geeignet für Pflanzen, die saure Böden mögen. Zum Beispiel Tomaten, Gurken, Zucchini und Kürbisse mögen ihn.

Urin

ZWL_Urindünger2Das was wir in unserem Toiletten runter spülen ist für uns der größte Müll, mit dem wir so wenig wie möglich zu tun haben wollen. Kein Wunder, denn in der gemischten Form sind unsere Ausscheidungen nicht viel wert, da sie sich gegenseitig unbrauchbar machen. Urin macht Kot faulig und Kot im Urin führt zur Abspaltung stechender Ammonikgase. Werden die beiden Stoffe jedoch getrennt, ergeben sie wertvolle Nährstoffe für Pflanzen. Spezielle Trocken-Trenntoiletten machen das vollautomatisch. Da diese aber leider niemand hat, helfen wir uns einfach mit einem Behälter weiter, den wir, wie bei jeder Urinprobe auch, unter den Strahl halten. Und fertig ist der Flüssigdünger. Vermischt mit dem Blumenwasser ist er ein Wundermittel für Tomaten, Gurken, Mais, Kohl u.v.m.
Bei der Düngung mit Urin, sollte lediglich darauf geachtet werden, ihn nicht auf die Pflanze selbst, sondern nur auf die Erde zu geben, um die Pflanze nicht zu schädigen.

Eierschale

ZWL_EierschalenGerade Tomaten leiden häufig unter Kalziummangel, der sich in den bekannten gelben Blättern bemerkbar macht. Zerkleinert unter die Erde gearbeitet geben die Eierschalen ihr Kalzium frei und machen es für Pflanzen nutzbar.

Bokashi

Wer einen Bokashi-Komposter zu Hause hat bekommt unten aus dem Hahn ebenfalls besten Flüssigdünger, der mit dem Blumenwasser direkt auf die Erde gegeben werden kann.

Brennnesseljauche

Am schönsten sind die Dinge, die in rauen Mengen überall kostenlos vorhanden sind, wie die Brennnessel. Aus ihr lässt sich ein hervorragender Flüssigdünger herstellen, der einmal angesetzt, übers ganze Jahr ausreicht. Für eine Brennnesseljauche werden allerdings eine große Tonne aus Holz oder Kunststoff und etwas Platz im Garten benötigt, etwas entfernt vom Liegestuhl. Denn die Jauche stinkt ungefähr so stark wie sie wirkt.

Herstellung:

Die bereits erwähnte Tonne wird bis obenhin mit Brennesseln gefüllt. Alt oder jung spielt keine Rolle. Lediglich ohne Samen sollten sie sein, denn die sind sehr resistent und könnten auf eurem Beet zu wachsen anfangen. Pflückt also am besten im Frühjahr, vor der Samenbildung. Nun wird das Fass mit Wasser aufgefüllt. Wenn die Blätter in sich zusammen gefallen sind, kann die Tonne einmal mit Wasser aufgeschüttet werden. In den nächsten 3 Wochen wird jeden Tag einmal umgerührt. Dann ist die Jauche fertig und kann dem täglichen Blumenwasser im Verhältnis von 1:10-1:20 hinzugegeben werden.

Das waren unsere bescheidenen Tricks für fruchtbare Pflanzen. Vollkommen frei von Verpackung und dazu auch noch kostenlos.

Und wie düngt ihr eure Pflanzen, ganz ohne Baumarkt?

3 Comments to Dünger

  1. Bettina schreibt:

    Super Anregungen, vielen Dank! Da ist wohl der Urin die einfachste Variante, immer verfügbar,ohne Arbeitsaufwand. Auch wenn das die meisten wieder seltsam finden werden, ich finde es klasse! Nur denke ich, dass man für das Düngen von Gemüse schon einen gut sauberen Körper haben sollte, bei dem keine Schadstoffe ausgeschieden werden wie z. B. Medikamentenrückstände. Sonst hat man die dann nämlich im Essen….

    • Olga Kroll schreibt:

      Interessanter Aspekt, da ich selbst sogar auf Kopfschmerztabletten verzichte und auch kein Antibiothikagetränktes Fleisch esse, habe ich daran gar nicht gedacht. Aber du hast Recht, wir nehmen heute immer mehr Medikamente zu uns. Wieviel davon letztendlich in der Pflanze landet – keine Ahnung.

  2. tschoana schreibt:

    Kaffeesatz als Dünger klappt super. Damit versorge ich alles… 🙂

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