Lange habe ich mich gefragt, wie man an Klopapier kommt, dass nicht in Plastikfolie eingeschweißt ist. Mittlerweile bin ich froh, dass ich keine Lösung gefunden habe, sonst hätte ich mich vielleicht damit begnügt. Aber einen Haufen Papier in der Toilette runter zu spülen ist auch nicht wirklich befriedigend. In vielen Gesprächen mit Freunden und mit Gregor kam auch immer wieder zur Sprache, dass die Reinigung mit Toilettenpapier sich, gerade für haarige Pos, oft als unzureichend anfühlt. Ich habe nur schwärmerisch von meiner Südostasien Reise erzählt. Nach einer kurzen Phase der Hemmnis, habe ich alle Vorurteile von mir geworfen und meinen Po restlos nur noch mit Wasser gewaschen. Ich hatte dabei ein tolles Gefühl, weil ich nie auf (das sowieso nie vorhandene) Klopapier angewiesen war und ich mein Geschäft endlich rückstandsfrei erledigen konnte.
Einer der besagten Freunde machte uns daraufhin den Vorschlag, baut euch doch auch eine Hygienebrause ein. Gedacht, getan. Im Baumarkt wurden wir leider nicht fündig. Lediglich Komplettlösungen mit individueller Poerkennung für den Preis eines Kleinwagens, wurden dort angeboten. Also mussten wir mal wieder den Onlineweg bestreiten, mit dem Risiko einen riesigen Haufen Verpackungsmüll mitzubestellen. Wir haben uns für eine handfeste Messingbrause entschieden und sie mit einem zwei Meter langen Duschschlauch und einem Absperrventil an den Kaltwasserzugang des Waschbeckens angeschlossen.

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Begeisterung über die neue Brause

Gregor und ich können uns seit dem vor Begeisterung kaum halten. Aber zu Recht werde ich gefragt, was die Kinder eigentlich davon halten. Bevor der Schlauch installiert war diente er ihnen eher als Gadget um Feuerwehr zu spielen. Nun haben sie aber auch ihre Erfahrungen mit der Brause gesammelt und Anna möchte uns gerne daran teilhaben lassen:

Gastbeitrag von Anna Kriele, 10 Jahre, Köln

Probieren lohnt sich immer. Unser Papa hat eine neue Freundin. Olga heißt sie. Als sie sich kennen gelernt haben, hatte man das Gefühl, sie wünschte sich direkt hier schon zu wohnen und so kam es dann auch.

Sie versuchte so viel wie möglich Plastik zu vermeiden. Und so kam es, dass wir Haarseife bekommen haben und neue Zahnpasta (Pulver) gemacht haben, bis wir dann die Popobrause bekommen haben.

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Annas Popobrause

Ich habe sie jetzt schon sechs Mal ausprobiert. Beim ersten Mal dachte ich: “ Was ist denn das?“ und habe versucht den Hebel zu drücken. Weil das ein bisschen schwer ging, habe ich es erst Mal in der Luft ausprobiert und meine Schwester, Eva, getroffen. Als ich der Popobrause dann noch eine Chance gab, war es noch ein bisschen unangenehm, weil ich es nicht gewohnt war. Aber irgendwie sagte mein Körper mir auch, dass es ganz lustig ist. Also versuchte ich mich daran zu gewöhnen. Es war aber trotzdem komisch, wenn es dann so nass ist, deshalb habe ich mich immer noch mit Klopapier abgetrocknet. Papa meinte aber: Das macht ja keine Sinn, wenn ihr trotzdem noch Klopapier benutzt. Deshalb hat er für uns alle kleine Waschlappen neben der Toilette aufgehangen.

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Popobrause und Waschlappen

Trotzdem kaufen wir aber noch Klopapier, weil wir manchmal Gäste haben, die sich das nicht trauen. Aber ich kann euch sagen, es ist sehr lustig. Probiert es einmal mindestens aus!

Tipps für den Anschluss der Brause

Sucht ihr nach einer Popobrause für euer zu Hause sucht ihr am besten im Internet nach einem passenden Produkt. Im Baumarkt sind wir nicht fündig geworden. Zur Suche sei gesagt, dass die Brause in der Fachsprache sehr viele verschiedene Namen hat: Hyginebrause, Analbrause, Intimbrause, BD-Brause, WC-Brause…
Sie kann ganz leicht auch nachträglich im Badezimmer integriert werden. Wer eine Toilette mit Vorwandspülkasten hat es am leichtesten. Hier liegt der Zulauf zum Spülkasten frei und ein Adapterstück aus dem Baumarkt kann leicht dazwischen geschaltet werden. Sollte der Spülkasten eingebaut sein, gibt es noch die Möglichkeit an den Kaltwasserzulauf des Waschbeckens heranzugehen. Wie in unserem Fall.

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Waschbeckenanschluss

Ihr solltet ein Adapterstück mit Absperrhahn wählen, um den Wasserdruck auf der Brause abstellen zu können (zum Beispiel im Urlaub). Welchen Adapter ihr genau braucht, erfragt ihr am besten im Baumarkt.

Bei der Brause selbst haben wir uns für ein hochwertiges Exemplar aus Messing und einen Edelstahlschlauch entschieden. Beides soll schließlich lange halten und auch ansehnlich bleiben, das kann ich euch auch nur weiter empfehlen.

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Hygienebrause aus Messing

Und nun viel Spaß beim Nachmachen.