Windelfrei – mit und ohne Windel

Veröffentlicht am: 9. Januar 2018 |

Unser Sohn ist nur schon eineinhalb Jahre alt. Schon oder erst, denn er ist bereits ziemlich trocken. Zu Hause läuft er meistens ohne Windel herum. Unterwegs ziehen wir ihm eine an, aber soweit wir dabei sind fällt an einem Tag vielleicht noch eine Windel oder Strumpfhose an, die gewaschen werden muss. Anfangs wurde ich oft erstaunt bis ungläubig beäugt, wenn ich mit Levin aufs Klo rannte. Mittlerweile mischt sich bei den Müttern in meiner Umgebung auch immer mehr der Neid (in seiner positivsten Form), dass ich mit dem Thema schon so gut wie durch bin.

Aller Anfang

Dank Verena von Simply Zero habe ich bereits vor der Geburt unseres Sohne von etwas erfahren was sich „windelfrei“ nennt. Leider hat sie es selbst nicht ausprobiert und so fehlte es mir an Vorbildern für dieses aufregende Thema. Ein Kind ohne Windeln aufzuziehen, klang für mich aber so verlockend, dass ich es unbedingt versuchen wollte. Ich kaufte mir Bücher und lass was ich sonst im Internet dazu finden konnte.

Das Prinzip ist einfach: Babys merken wie jeder Erwachsene auch, wenn sie mal müssen und zeigen das mit ganz individuellen Zeichen – so wie sich ein Kind bemerkbar macht, wenn es Hunger hat. Kommt das Zeichen, wird das Kind über das Klo abgehalten und kann nun frei ausscheiden. Werden die Zeiten die ersten 1-2 Jahre nicht beachtet, so verschwinden sie erst mal gänzlich.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Entweder produziert man weniger Windelmüll oder muss eben weniger Waschen.

Da für mich Stoffwindeln wie selbstverständlich waren, freute ich mich auf die zu erwartende Entlastung in der Waschmaschine. Ich war also fest entschlossen es zu probieren. Glücklicherweise hatte auch meine Hebamme damit Erfahrung und bestärkte mich mit ihrer Aussage, selbst Neugeborene würden nach wenigen Tagen kapieren, dass man ihnen die Möglichkeit zum freien Ausscheiden gibt. Kaum konnte ich wieder laufen trug ich den kleinen Levin also zum Waschbecken. Mein Mann, der zwar eine gehörige Skepsis, aber dann doch auch genug Neugier mitbrachte, unterstützte mich. Spätestens nachdem er das erste Mal sah, wie das Kind, was kaum die Augen auf hatte, schon frei pinkelte, war er überzeugt. Es funktionierte! Ganz wie es die Hebamme prophezeite, gleich nach wenigen Tagen.

Die ersten Tage herrschte puren Chaos. Unsere Bindewindeln aus reinen Naturmaterialien ersetzten wir sehr bald durch Systemwindeln. Eine wasserdichte Außenwindeln wird mit saugfähigen Einlagen ausgelegt. Darüber kommt ein Windelflies welches bei Bedarf auf mit im Klo entsorgt werden kann. Und das Wichtigste, das Ganze wird mit Klettverschluss geschlossen und ist in Windeseile an und ausgezogen. Für uns ist es die ideale Kombi. Windelfrei und Systemstoffwindeln mit Klettverschluss oder Knöpfen. Denn nur so ist man wirklich motiviert, das Kind auch mal zum Klo zu tragen, wenn man nicht so richtig sicher ist, ob es muss. Und sind wir mal ehrlich, 100% sicher waren wir nur in den seltensten Fällen.

Windel und windelfrei?

Ja richtig, das schließt sich nicht aus. Anfangs waren wir sehr motiviert, wie unserer Vorbilder in der Literatur möglichst schnell die Windel los zu werden. Wir haben es immer mit Humor und einer gehörigen Portion „das ist halt so“ genommen, wenn mal wieder ein Häufchen auf dem Boden landete. Bei einer Trefferquote von 20 -80 % je nach Lebensphase, verging uns aber doch bald die Lust. Es erleichterte uns zu akzeptieren, dass unser Sohn zwar eine Windel tragen, aber trotzdem windelfrei aufwachsen konnte. Denn auch wenn das Kind voll abgesichert ist, kann es sich bemerkbar machen. Sehr viele Eltern merken tatsächlich wenn das Kind mal muss und schauen dabei zu, wie es in die Windel macht. Wenn wir das mitbekommen, ziehen wir die Hose eben aus und halten unseren Sohn über die Toilette. Einen Windelpo mache ich nur noch äußerst selten sauber. Das freut mich sehr, denn zu meinen Lieblingsaufgaben gehörte das nicht. Und Feuchttücher und Co. kamen bei uns sowieso nicht vor. Umso erfreulicher, dass wir diese Frage auch wirklich nur selten nötig hatten.

Nicht nur eine Frage der Wäsche

Das Thema Windelfrei reizte mich vor allem aus Gründen der Sparsamkeit. Wirklich überzeugt, hat es mich aber wegen der Kommunikation. Wenn mein Kind Grundbedürfnisse hat, dann ist es mein innerster Wunsch dieses zu erfüllen. Das Ausscheiden gehört genau so dazu wie Essen und Schlafen. Meinem Kind dieses Bedürfnis zu erfüllen ohne in die Hose zu machen, ist für mich wiederum zu einem großen Bedürfnis geworden. Selbst wenn wir zu spät dran waren, konnte man spätestens dann merken, wie unwohl sich das Kind in seiner nassen/vollen Windel fühlte. Ich ließ immer alles stehen und liegen und befreite ihn daraus.

Für mich ist es eine Frage der Würde, aber auch eine Frage des gesunden Pos. Gregor kennt den Unterschied, denn er hat bereits drei Kinder mit wunden Einwegwindel Pos groß gezogen.

Gerade in den ersten Monaten werden Babys oft von Bauchschmerzen geplagt. Die hockende Haltung beim Abhalten hilft ihnen auszuscheiden und das was zwickt los zu werden. Zusätzlich kann man ihnen gleichzeitig mit den Oberschenkeln den Bauch massieren und ihnen weitere Erleichterung verschaffen.

Tipps und Tricks für dein Windelfreies Baby

  • Kein Stress wenn es nicht gleich klappen will. Gerade in der Anfangsphase passiert bei den Babys vieles noch unkontrolliert, wie das ausscheiden beim Stillen. Wenn du das erwischen möchtest, kannst du den Po beim Stillen über eine Schüssel halten. Das Kind lernt aber schnell und hört bald damit auf.
  • Unkontrolliert heißt nicht, dass Babys nichts merken. Selbst die kleinsten Kinder können bereits ihren Drang anhalten, wenn sie merken, dass sich das Warten lohnt.
  • Es gibt immer Phasen da läuft es beser und manchmal eben auch gar nicht. Krankheit, Müdigkeit, Entwicklungs- oder Wachstumsschübe führen häufig zu „Rückschritten“. Ist das Kind wieder wohl auf, hat überholt es schnell seine alte Form.
  • Auch hier gilt die Regel wie mit allem: Es wird mit jedem Tag einfacher. So zum Beispiel sobald das Kind feste Nahrung zu sich nimmt, und wenn es nur Beikost ist, wird der Stuhl fester und die Kontrolle höher. Ab jetzt wird es ein richtiger Spaß.
  • Bei uns hat es immer Freude ausgelöst, wenn das Kind ins Klo machte. Jedes einzelne Mal. Erinnere dich an das Gefühl, selbst wenn es mal nicht so gut klappt, das hilft beim Durchhalten.
  • Gerade im Tragetuch ist man auf der sicheren Seite. Zum einen spürt man selbst schnell was los ist, durch die unruhigen Bewegungen des Kindes. Zum anderen merkt das Kind durch die Nähe zum Körper, dass gerade kein guter Zeitpunkt ist. Hier hat man zwei Möglichkeiten. Ist der Weg bis nach Hause oder zu einem Ort wo es ausscheiden kann nicht mehr weit, so teilt man dem Kind dies mit und animiert es mit Worten noch einzuhalten. Babys verstehen erstaunlich viel und können bis zu 10 Minuten anhalten.
    Ist keine Erleichterung in Sicht, so kann man auch hier seinem Kind mitteilen und damit die Sicherheit geben, dass es getrost laufen lassen kann, weil es eine Windel trägt.
  • Ich würde dir zwar raten, direkt nach der Geburt anzufangen. Wenn du den Moment verpasst hast, kannst du aber jeder Zeit einsteigen. So schnell verlernt das Baby seine Zeichen nicht. Und selbst wenn lernen Kinder erstaunlich schnell dazu. Du kann jeder Zeit anfangen mit dem abhalten und es ausprobieren. Dein Kind mag erst irritiert sein, wenn es schon älter ist. Bald wird es die Möglichkeit aber zu schätzen lernen.
  • Windelfrei bedeutet nicht, dass du keine Windel anziehen darfst. Gestalte das Thema ganz nach deinem eignen Gefühl. Genauso kannst du auch sagen, zu Hause halte ich ab, unterwegs jedoch nicht (Für mich bedeutete jedoch  gerade das Abhalten unterwegs eine riesige Erleichterung, da dann das sauber machen weg fällt).
  • Wenn du windelfrei machen möchtest, dein Partner aber nicht, macht das nichts. Die Kinder können zwischen Personen unterscheiden. Sie lernen, bei Mama verhalte ich mich so, bei Papa so (Das kennt ja auch jeder vom Umgang mit Süßigkeiten :-P) Gleiches funktioniert bei Tagesmutter und Kita. Wenn die Erzieher dort nicht abhalten wollen, dann ist das schade, aber nicht notwendig.
  • Wenn du unsicher bist, suche dir Gleichgesinnte, besuche Windelfrei treffen oder erzähle in deinen Mütterkreisen soviel darüber, bis es auch andere Mütter ausprobieren und mit dir Erfahrungen austauschen können (Aber Vorsicht, keine erhobener Zeigefinger. Dann hat keiner mehr Lust mit dir irgendwas zu teilen).
  • Windelfrei klappt besser in Kombination mit Schnullerfrei. Das Kind ist stärker seinen Bedürfnissen ausgesetzt und unterdrückt sie nicht mit dem beruhigenden Nuckeln. Das Kind selbst ist abgelenkt und seine Mimik ist für die Eltern nicht erkennbar. Ich habe jedes Schreien und Nörgeln als Anlass genommen, so lange zu suchen, bis das Bedürfnis meines Kindes gestillt und es damit wieder ruhig war. Das Bedürfnis nach Ausscheidung in die Palette mit einzubeziehen, erweitert den Kreis der Möglichkeiten.
  • Welche Zeichen das Kind zeigt ist sehr unterschiedlich und ändert sich stetig. Bei unserem Sohn fing es an mit unruhigem Zappeln und Jammern. Heute ist es ein nervöses, geräuchvolles Hin und Herlaufen. Er sucht unsere Aufmerksamkeit, rennt weg kommt wieder bis wir ihm folgen bis zur Toilette. Manchmal zeigt er tatsächlich auch in die entsprechende Richtung. Wenn wir an einem fremden Ort sind und er das Klo nicht kennt, ist es das erste was ich ihm zeige in dem ich ihn einmal abhalte.
  • Man braucht nicht immer ein Zeichen, Intuition reicht auch. Wenn ich lange schlafe, muss ich danach zur Toilette. Bei Kindern ist es nicht anders. Nach jedem Schlaf geht der erste Gang deshalb zum Klo. Das Pipi ist sicher. Wenn wir eine längere Fahrt vor uns haben, bei der wir nicht aufs Klo können, so gehen wir vorher und wenn wir ankommen. Wenn Levin so in sein Spiel vertieft ist, dass er lange nicht zum Klo geht, so bringe ich ihn zwischendurch. (Achtung, das Spiel sollte respektiert werden und nicht einfach abrupt unterbrochen werden – etwas Feingefühl !)
  • Eine Freundin brachte mich auf einen sehr interessanten Gedanken: Noch vor wenigen Jahrzehnten war das ganz normal, dass bei der „Sauberkeitserziehung“ und den ersten Versuchen ohne Windel (Was übrigens bedeutend früher war als heute), auch mal was in die Hose geht. Denn Hosen kann man waschen, genau wie Stoffwindeln. Heute ist das Thema sehr verpönt. Sicherlich ist die Windelindustrie nicht ganz unschuldig daran. Mir hat das sehr zu denken gegeben und ich möchte an dieser Stelle Mut machen, kacken und Pipi machen wieder als das zu bewerten was es ist: Etwas ganz natürliches! 

Das waren hier vor allem meine Tipps und Erfahrungen. Bei anderen Eltern kann es vollkommen anders aussehen. Teile gerne deine Erfahrungen mit uns, damit wir ein möglichst breites Spektrum haben und andere Mütter Sicherheit bekommen es ebenfalls auszuprobieren.

14 Comments to Windelfrei – mit und ohne Windel

  1. Alexandra schreibt:

    Hallo!
    Ich finde die Themen Windelfrei und Zero Waste sehr interessant. Allerdings muss ich anmerken, das die Vliesseinlagen definitiv nicht in der Toilette entsorgt werden sollten bzw. dürfen. Das Vliess besteht merchandisierter Baumwollfaser . Diese löst sich nur schwer auf und belastet die Klärwerke sehr.
    Die Exkremente dürfen nicht offen in der freien Natur zurückgelassen werden. Einige Bakterien darin sind für einige Tiere gefährlich.

    • Olga schreibt:

      Es stimmt schon, beides ist nicht ideal. Ich persönlich habe mich auch von Windelvlies distanziert, wer es braucht um sich von Einwegwindeln zu distanzieren und es trotzdem in die Toilette wird, sage ich, das ist nicht perfekt, aber besser als Einwegwindeln. Ich versuche Menschen immer dort abzuholen, wo sie sind. Nicht jeder kann so entspannt Babykacke mit dem Messer von der Windeln ins Klo kratzen wie ich. Mit meinem Sohn in die Natur zu kacken halte ich für wenig problematisch. Andere Tiere tun das ja auch. Insbesondere Hunde kacken sowieso überall hin. Weil ich das oft nervig finde, fände ich es auch nervig, wenn überall Kinderkacke rumliegen würde. Wenn Windelfrei sich zum Mainstream etablieren würde, gäbe es wahrscheinlich auch mehr öffentliche Toiletten, gerade an Spielplätzen, wo man mit den Kleinen hin kann. Auch hier denke ich, lieber etwas Kacke im Gebüsch, als noch mehr Windeln in der Welt.
      Ich gebe mir aber trotzdem Mühe, etwaige Spuren zu verbuddeln. Eine kleine Schaufel ist dafür immer ein guter Begleiter – und dann hat das Kind noch immer was zu spielen dabei 😉

  2. Kruemelina schreibt:

    Hallo Olga,

    danke für den ausführlichen Bericht! Schön, wie entspannt ihr alles macht 🙂
    Wir halten selbst ab, seit Krümel vier Wochen ist. Mittlerweile läuft ein Einjähriger durch unsere Wohnung und ist sehr stolz, wenn es auf der Toilette wieder geklappt hat 🙂
    Schade, dass Windelfrei so wenigen ein Begriff ist – wir möchten das ändern, in dem wir unseren Beitrag leisten: Wir schreiben immer wieder über unsere Erfahrungen mit Windelfrei auf dem Krümel Blog. Schau doch gerne mal vorbei 🙂

    Herzensgrüße vom Krümel Blog!

  3. Laura schreibt:

    Hallo Olga,
    ich verfolge deinen Blog schon eine ganze Weike und habe nun, da ich bald zum ersten mal Mama werde, insbesondere an Themen wie Windelfrei und dem möglichst müllfreien und konsumreduzierten Umgang mit Babys Interesse. Mich würde interessieren, ob du mir Tipps geben kannst, wie ich mich mit Menschen/Eltern in Köln zusammen finde, die Impfungen gegenüber kritsisch eingestellt sind oder ob du vielleicht auch eine Kinderarzt kennst, der da offen ist. Ich weiß gar nicht, wie du da eingestellt bist, aber ich kann mir vorstellen, dass in Kreisen, in denen Menschen bewusster und verantwortungsvoller mit ihrer Umwelt umgehen auch bei einem Thema wie Impfungen sensibler sind. Ich freue mich über jeden Tipp und Hinweis von dir! Liebe Grüße Laura

    • Olga schreibt:

      Das ist leider nicht sehr einfach hier einen „guten“ Kinderarzt zu finden. Ich kenne zwei Anthroposophen. Wir sind beim Herr Krahne, der leider schon im fortgeschrittenen Alter ist. Er teilt zwar diese Einstellung ist aber nicht der einfachste Zeitgenosse. Eine weiter ist in der Südstadt, aber soweit ich weiß ist es bei ihr immer voll. Ich weiß ihren Namen leider nicht mehr, aber darunter findest du sie vielleicht.
      Auf solche Menschen kannst du tagtäglich bei uns im Laden treffen. Kennst du Tante Olga? Da kannst du auch einen Aushang machen um Gleichgesinnte zu finden. Wenn man in der „Blase“ einigermaßen aktiv ist, laufen die Leute einem aber nur so zu, habe ich die Erfahrung gemacht. Komm doch zu meinem nächsten Windel(frei)workshop oder Zero Waste Picknick. Es gibt noch keine Termine, aber die verkünden wir natürlich rechtzeitig.

      • Hanna schreibt:

        Hallo zusammen,
        ich fürchte, ich komme gerade nicht drumherum, jemandem auf die Füße zu treten.
        Wieso zum Geier hängt denn bitte Müllvermeidung und auf die Bedürfnisse der Kinder achten mit Impfgegnertum zusammen?!
        Der erste Teil ist für mich hoch reflektiert und vernünftig. Der 2. Teil ist in meinen Augen leider nahe an Kindeswohlgefährdung angesiedelt. Und zwar nicht nur der oder des eigenen Kindes!
        Bei uns sind gerade wieder 6! Kinder an Masern erkrankt! Und da gegen Masern erst mit ca. einem Jahr geimpft wird, sind Babys schutzlos ausgeliefert, wenn andere Eltern aus welchen Gründen auch immer auf Impfungen verzichten!
        Und dem eigenen Kind aus Angst vor ungeimpften Kindern im ersten Jahr soziale Kontakte zu verwehren wäre wohl auch keine Lösung….
        Ich möchte hiermit gerne Jeder und Jedem nahelegen, sich nicht in Internetforen zu diesem Thema zu informieren, sondern zuverlässige Quellen heranzuziehen. Dazu zählen beispielsweise die BzgA oder Kinderärzte, die fachlich auf einem aktuellen Stand sind.
        Kinderärzte, die extra nach dem Kriterium ausgesucht werden, selbst impfkritisch zu sein, sind da sicher keine echte Informationsquelle. Sonder dienen vielmehr dazu, sich die eigene Meinung bestätigen zu lassen und damit das eigene Gewissen zu beruhigen.

        Ich wünsche allen einen schönen und gesunden Sommer,
        Hanna

        • Olga schreibt:

          puh, ja das Thema Impfen ist sehr emotionsgeladen. Das merke ich immer wieder. Die einen regen sich wahnsinnig über solche auf die nicht impfen und die anderen regen sich wahnsinnig über solche auf, die propagieren, man sollte alles immer und sofort impfen. Ich kann und möchte hier nicht entscheiden, was richtig ist. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich möchte nur dazu anregen, wie du auch schreibst, sich möglichst unabhängig zu informieren und seine eigene Entscheidung zu treffen. Ich habe keine guten Erfahrungen damit gemacht, blind dem Mainstream zu folgen. Sich unabhängig zu informieren ist wie du schon schreibst leider sehr schwierig, weil sowohl die einen als auch die anderen Ärzte oft genauso emotional sind, wie die Patienten. Ich selbst bin sehr unentschlossen was das Thema angeht, gerade den Punkt den du ansprichst kann ich gut verstehen, genauso möchte ich mein Kind aber nicht unnötig mit Aluminium vollpumpen ohne zu wissen, welche Langzeitauswirkungen das hat. Das Thema impfen ist leider nicht nur schwarz und weiß.

  4. Talina schreibt:

    Hi,
    auch wir machen mit unserem Sohn seit dem er 3 Wochen alt ist windelfrei. Die ersten drei Wochen haben wir genutzt ihn intensiv zu beobachten und Zeichen/Signale zu erkennen, wann er muss. meistens muss er nach dem aufwachen, oder wenn er sich beim stillen häufig an und abdockt, muss er auch. Unsere Hebamme hat auch windelfrei mit ihren Kindern praktiziert und sie hat uns ein Asiatöpfchen empfohlen, ist zwar aus Plastik aber es hat einen breiteren Rand als eine Rührschüssel, so dass man das Baby draufsetzten kann. Anfangs hatten wir auch einfach eine alte Schüssel, aber mir ist er einfach zu schnell zu schwer geworden um ihn zu halten und ihm gefällt das Asiatöpfchen auch viel besser, da er sich darauf noch bewegen kann. Kann man zum Beispiel im internet bei http://www.abhala.de kaufen. Verschicken in gebrauchten Kartons und ohne unnötige Verpackung, lediglich ein Flyer über Windelfrei wird mitversendet, der aber echt hilfreich ist.Die haben auch alle möglichen anderen Produkte rund ums Thema Windelfrei. Und der Vorteil vom Töpfchen ist, dass wir nachts gar nicht aufstehen müssen und man es überall mithinnehmen kann. Unterwegs halten wir aber meist einfach auf einer Toilette ab, bin aber auch immer wieder erstaunt, wie lange schon so kleine Babys anhalten können, Unserer genießt das Töpfchen richtig und hat jede Menge Spaß. Ist ja auch viel angenehmer als im liegen sein Geschäft zu erledigen und dann wohlmöglich auch noch ne Weile in der vollen Windel zu verbringen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man keinen wunden Po hat, da die Haut viel Luftkontakt durchs abhalten bekommt. Sind vor einer Woche umgezogen und haben bedingt durch den Umzug 2 Tage Wegwerfwindeln benutzt und nicht abgehalten und hatten sofort einen wunden Popo. Ich finde es aber schön, dass sich immer mehr Menschen dem Thema öffnen und das auch Stoffwindeln doch populärer werden. Ein sehr schönes Buch, indem ein Kapitel auch um Windelfrei geht, ist „artgerecht das andere Babybuch“ von Nicola Schmidt.
    Lg Talina

  5. Lena schreibt:

    Hallo Olga,
    du hast mich mit deinem Beitrag dazu motiviert es doch nochmal mit windelfrei zu probieren. Ursprünglich hatten wir uns das als Ergänzung zu den Stoffwindeln vorgenommen, aber haben es leider nicht konsequent genug durchgezogen. Inzwischen ist es total eingeschlafen.
    Du schreibst, dass man das Windelvlies im Klo entsorgen kann. An anderer Stelle habe ich gelesen, dass man das nicht tun sollte um Verstopfung der Kanalisation vorzubeugen (auch wenn der Hersteller das auf der Verpackung gerne anders angeben). Viele Vliese überstehen ja sogar ein bis zwei Waschgänge, deshalb würde es mich wundern, wenn man die bedenkenlos runterspülen kann. Oder kannst du da ein besonders Vlies empfehlen?
    Viele Grüße
    Lena

    • Olga schreibt:

      Du hast recht, ich wasche das Windelvlies auch in der Waschmaschine bis es durch ist. Perfekt ist es für die Kanalisation bestimmt nicht, zwar besser als Feuchttücher aber dennoch nicht der Hit. Die Angabe der Hersteller habe ich tatsächlich auch noch nicht hinterfragt, wüsste aber auch nicht wirklich, wohin sonst damit. Vielleicht auf den eigenen Kompost?

  6. Stella schreibt:

    Danke für den tollen Input!
    Hast du vielleicht noch Recherchetipps zum Thema? Sinnvolle Literatur oder Seiten, die dir selbst weitergeholfen haben?

    • Olga schreibt:

      Tatsächlich nichts spezielles. Das Buch „Windelfrei so geht´s“ habe ich gelesen und fand es recht hilfreich. Letztlich lief bei uns aber doch alles anders.

  7. nina römer schreibt:

    liebe olga,
    danke! auf diesen beitrag habe ich gewartet 🙂
    unsere tochter ist jetzt 4 wochen alt und seid dem 5ten tag machen wir windelfrei. es gab schon viele unfälle, aber mit dem kaka klappt es richtig gut. beim pipi eher nicht so gut, aber dank dir habe ich neuen mut gefasst.

    frage, wie waren eure nächte? hast du nachts abgehalten? unsere maus wird bisher nur zweimal nachts wach und ich stille sie dann, verzichte aber bisher auf das abhalten…

    danke für deine erfahrungen!
    nina

    • Olga schreibt:

      Ich habe auch immer nachts abgehalten, wenn ich nicht zu müde war (was auch vorkommt:-P)
      Zeitweise hat es nachts sogar besser geklappt, weil ich jede Regung von ihm mitbekam. Seit unser Sohn abgestillt ist, schläft er durch, bis auf eine Pipipause. Wenn er sich unruhig im Bett windet, sodass ich davon wach werde, dann trage ich ihn zum Klo, halte ihn ab und bringe in wieder ins Bett. Er wird dabei gar nicht richtig wach. Mittlerweile wird das aber auch immer seltener. Ich bin erstaunt wie lange er anhalten kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.