Zu gut für die Tonne

Veröffentlicht am: 31. August 2018 |

Bild: BMEL

Deine Idee für Zero Foodwaste

Wenn von Müll die Rede ist, dann geht es in erste Linie immer um Plastik, irgendwann auch um Restmüll und vielleicht sogar um Papier. Dann passiert lange erst mal nichts. Ein großer Kerngedanke von Zero Waste ist aber nicht nur die Vermeidung von Müll in der Umwelt. Bei Zero Waste geht es genauso auch um die Schonung endlicher Ressourcen. Jeder Produktionsprozess benötigt Ressourcen, sei es als Material für das Produkt, als Chemikalie, die ihm beigemischt wird oder als Energiequelle zu Herstellung, Anbau, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung oder Recycling. All diese Prozesse benötigen Energie, Ressourcen und Flächen. Und all diese Prozesse haben einen Einfluss auf unser Ökosystem und belasten es mehr oder weniger stark. Das gilt für Kunststoffprodukte ebenso wie für Lebensmittel.

Wenn wir uns mal vorstellen…

…wie wenig naturbelassene Flächen es noch gibt auf denen die Natur einfach nur Natur sein darf, weil wir jedes bisschen Land als Anbaufläche, Industrie-, Wohnfläche oder sonstige Wertschöpfungsfläche nutzbar machen,

…wie stark die Biodiversität zurückgeht, weil konventionelle Lebensmittel mit Pestiziden behandelt werden, und kein Raum mehr ist für Feldblumen und Feldhamster,

…wie stark wir unser Grundwasser belasten mit der Überdüngung unserer Felder aus Gülle und aus synthetischen Stickstoffdüngern (Die übrigens aus Erdöl hergestellt werden)

…wie viel Erdöl notwendig ist, um Pestizide und Düngemittel herzustellen,

…dass bis zu 80% der Mastschweine verletzt sind oder an den Atemwegen erkrankt sind, 38% der Milchkühe an Euterentzündungen leiden und 53% der Masthühner Knochenbrüche aufweisen (siehe Fleischatlas 2018),

…wie stark die Tierhaltung am Klimawandel beteiligt ist,

…wie sehr wir unsere Böden auslaugen, um noch mehr produzieren zu können,

…wie viel Regenwald immer noch gerodet wird, um uns billiges Palmöl oder Futtermais zu liefern,

…wie weit einige Lebensmittel transportiert werden und wie viel Energie dafür notwendig ist,

…unter welch erbärmlichen Bedingungen Bauern teilweise unsere importierten Lebensmittel anbauen,

…und wenn man bedenkt, dass heute immer noch Menschen VERHUNGERN, weil sie schlichtweg gar nichts zu essen haben, ist es doch wirklich erstaunlich, dass wir in Deutschland jährlich 11 Millionen Tonnen unserer Lebensmittel wegschmeißen. Das sind 55 Kg pro Person!
Lebensmittel sind nicht einfach nur biologisch abbaubarer Müll, wenn sie nicht gegessen werden. Sie sind verschwendete Ressourcen, die ökologische Folgen haben. Natürlich macht es keinen Sinn, die übrig gebliebenen Grillwürstchen, nach Afrika zu schicken. Es macht aber durchaus Sinn nur die Hälfte der Grillwürstchen zu kaufen. Denn sie sind mitverantwortlich für Klimawandel, Landraub, zunehmende Dürreperioden, Wüstenausbreitung usw.

Fast die Hälfte der deutschen Lebensmittelabfälle werden als vermeidbar eingeschätzt und ein großer Teil der Lebensmittelabfälle scheinen erstaunlicherweise im privaten Haushalt anzufallen. Was jeder einzelne von uns privat dagegen tun kann, ist immer wieder Thema auf meiner Seite und in meinen Links. Neben der Sensibilisierung der Verbraucher und der Umstellung unserer Gewohnheiten, müssen wir uns auch fragen, welche strukturellen Änderungen können wir vornehmen, damit weniger Essbares in der Tonne landet. Da wir hier in unserer Gesellschaft zum Teil wirkliches Neuland betreten, sind deine Impulse so wichtig.

Weil auch mir die Reduzierung von Lebensmittelabfällen eine Herzensangelegenheit ist, teile ich mit Freude den Aufruf des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL):

Bundespreis – Mach mit!

Die Vereinten Nationen haben sich ein hohes Ziel gesetzt, nämlich die Lebensmittelverschwendung zu halbieren. Und damit das auch wirklich gelingt, zeichnet die Initiative Zu gut für die Tonne! nun schon zum vierten Mal Akteure aus, die sich besonders dafür einsetzten. Ob du Lebensmittel rettest, Bildungsprogramme entwickelst, Transportwege verkürzt oder oder oder, deine Ideen sind gefragt. Mitmachen kannst du mit deinem Unternehmen, deinem Verband, deinem Verein, deiner Kommune, deiner Forschungseinrichtung, aber auch ganz alleine mit deinem persönlichen Engagement.

Es gibt verschiedene Kategorien und verschiedene Preise. Los geht es ab sofort und der Einsendeschluss ist der 31.10.2018.

Dieser Preis möchte dich für deine Ideen und deinen Einsatz auszeichnen, mit dem du ein Zeichen setzt gegen die übermäßige Lebensmittelverschwendung.

Bewerbe dich jetzt.


4 Comments to Zu gut für die Tonne

  1. Mia Busch Filipe schreibt:

    Hallo Olga,
    ich finde deine Ideen total toll und ich finde es sehr gut das es noch Leute gibt die sich um die Natur kümmern.
    Ich und meine Mutter,versuchen alles ohne Plastik zu kaufen und hoffe das es auch in 100 Jahren noch eine Erde gibt auf der Menschen und Tiere leben können.
    LG Mia (11 Jahre)

    • Olga schreibt:

      Liebe Mia,

      wie großartig, dass du in so jungen Jahren schon so weise handelst! Du bist ein Vorbild, für alle in deinem Alter. Behalte deine Ideale bei auch wenn es manchmal nicht leicht scheint!
      Und was für ein Glück du hast, dass deine Mutter mit zieht.
      lg
      Olga

  2. Not wasting food is very important. We grow a large garden and a lot of what we eat comes from that. If I have food that is too old or I can’t share it with someone else, I give it to our backyard chickens that we keep for eggs, or put it in the compost. Those things helpl.

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