Und wieder ist ein Jahr rum. Trotz des sommerlichen Novembers, hat der Wintereinbruch nun doch begonnen und so besteht freie Bahn für die Weihnachtsvorbereitungen. Bevor der Count Down läuft muss aber alle schon vorbereitet sein. Im letzten Jahr habe ich euch von meinem verpackungsfreien Adventskalender erzählt. Die mühsamen Stunden des Nähens von 72 zahlt sich nun aus, denn dieses Jahr muss ich nichts nähen, sondern nur befüllen.

Ich will ganz ehrlich zu euch sein. Bekommen eure Kinder statt der minderwertigen Schokolade aus den handelsüblichen Einwegadventskalendern, plötzlich selbst gemachte Bio-Kekse werden sie ihre Freude über die liebevolle Handarbeit und den Qualitätssprung im Zaum halten. Wer kann es ihnen verübeln, wenn sie damit groß geworden sind. Ich musste letztes Jahr schon ganz schön schlucken, als ich ihre Reaktionen sah, doch für dieses Jahr bin ich emotional gewappnet. Ich weiß, dass sie es nicht persönlich nehmen und es für sie eine Umstellung bedeutet, die Kinder nicht immer leicht hinnehmen. Das Durchhalten lohnt sich meiner Meinung nach aber. Denn genauso wie sie sich an minderwertige Schokolade gewöhnen, können sie sich auch an selbstgebackene Kekse gewöhnen.

Dieses Jahr möchte ich aber von der anderen Adventsvorbereitung berichten – dem Adventskranz. Er gehört zum Standardrepertoire einer weihnachtlich aktiven Familie. Vielen fällt jedoch erst am Samstag davor ein, dass sie noch keinen haben, und so wird er schnell noch im Blumenladen um die Ecke gekauft. Das Angebot ist nett, der Inhalt weniger. Meist sind die Kränze auf einem Styroporkern aufgesteckt, geschmückt mit allerlei Plastikzeug und besetzt mit vier Kerzen aus gehärtetem Palm- oder Erdöl. Für mich ist diese Zusammensetzung leicht unbefriedigend und so berufe ich mich auf die Steckkünste, die ich schon von meiner Mutter gelernt habe und baue unseren Adventskranz selbst.

ZWL_Nadelzweige_1000Der Kern besteht aus einfachem Stroh. Wer noch einen Styroporring hat, kann diesem natürlich auch zu einem zweiten Leben verhelfen und ihn neu bestücken. Ein gemeinsamer Herbstspaziergang ist ideal um Tannenzweige oder andere Nadelbaumzweige abzuscheiden. Dabei schauen wir uns auch gleich um, ob wir noch anderen Schmuck für den Kranz finden – Tannenzapfen, leere Eichelhüllen, getrocknete Blätter…

Wieder zu Hause geht es an die Arbeit:

Die Tannenzweige in handliche Größen von ca. 20 cm schneiden. Den Draht einmal um den Kranzdurchmesser wickeln und mit dem Anfang verdrehen, so dass er sich nicht mehr löst. Die Zweige nun Stück für Stück in einem Ring nebeneinander legen und dabei mit dem Draht fixieren. So einmal den gesamten Kranzdurchmesser mit Zweigen belegen. Den Kranzboden dabei aussparen und den Draht untenherum wieder auf die Anfangsseite herumführen. Nun mit der zweiten Reihe beginnen und dabei die neuen Zweige über dem Draht der vorherigen Reihe anlegen. So weiter verfahren, bis der ganze Krank bestückt ist. Auch der Schmuck kann dabei schon direkt mit eingearbeitet werden oder im Anschluss separat befestigt werden. Wer es mag kann ich Anschluss auch noch eine rote Schleife um den Kranz binden. Ganz nach den eigenen Wünschen.

Als letztes fehlen noch die Kerzen. Unsere sind aus regionaler Biomasse überzogen mit Bienenwachs (es gibt sie auch ohne Bienenwachs), vollkommen Erdöl- und Palmölfrei. Für Adventskränze gibt es dazu die passenden Kerzenhalter, die auch gleichzeitig Wachsschutz für den Kranz dienen. Wir haben solche leider nicht und improvisieren einfach. Zwei Metallstäbe in jeder Kerze halten sie ebenfalls fest auf dem Kranz.

Wer jetzt nochmal sehen möchte, wie es genau geht, kann sich das passende Video dazu anschauen.

Und nun viel Spaß beim nachmachen.