Reinigungsmittel

Auf aggressive Reiniger verzichten wir besser gänzlich. Wenn wir es mit starken Verschmutzungen zu tun haben können wir uns die vier Bausteine der Reinigung zu nutze machen:
Reinigungsmittel – Zeit – Temperatur – Mechanik

Wenn das Reinigungsmittel also weniger Durchschlagskraft hat, unterstützen Einweichzeit, heißes Wasser und mechanische Reinigungshelfer die Reinigung.

Reiniger selber machen

Wer handelsübliche Reinigungsprodukte verwendet kann darauf achten, dass sie ökologisch zertifiziert sind. Außerdem ist es sinnvoll pulverförmige Produkte vorzuziehen.

Reinigungsmittel lassen sich mit wenig Aufwand, noch weniger Geld und am wenigsten Umweltbelastung sehr leicht selber machen.

Reinigungsbausteine

Waschsoda

Waschsoda ist nicht als Lebensmittel geeignet. Dafür ist es ein sehr guter Schmutz und Fettlöser.
Um Seifen und Schmutzreste zum Beispiel von Badkeramik zu entfernen streue ich einfach ein wenig Waschsoda darauf und reibe den Schmutz einfach weg.

Zitronensäure

Zitronensäure löst Kalk ist aber auch als Lebensmittel zugelassen.

  • sie dient zum Konservieren z. B. von Marmeladen
  • sie entkalkt Wasserkocher, Kaffeemaschinen und Co.
  • sie löst Kalk und kann entweder verflüssigt werden oder auch als Pulver mit einem Lappen verrieben werden.

Natron

Natriumhydrogencarbonat oder einfach Natron löst Fett, bindet Gerüche und ist in der Küche ein vielseitiger Helfer.

  • es verkürzt die Garzeit von Hülsenfrüchten: 1/2 TL zum Kochwasser
  • es ist die Basis von Backpulver. Gibst du etwas Säure hinzu (Essig, Zitronensaft) kannst du es mit Natron ersetzten
  • es ist Basis für Brausepulver
  • es kann als Putzkörper für selbst gemachtes Zahnpulver dienen
  • es bindet Gerüche und dient als Basis für selbst gemachte Deos

Kernseife 

Seife löst Schmutz und Fett. Kernseife ist die ideale Universalseife. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Seife kein Palmöl enthält um die Regenwaldrodung nicht zu fördern

  • sie funktioniert sowohl als Körperseife
  • als Haarseife
  • zum Rasieren
  • als Grundlage von Reinigungsmitteln
  • zur Handwäsche auf Reisen

Apfelessig

Essig löst Kalk und ist Grundlage fürs Salatdressing
Apfelessig ist im Bioladen auch in einer Mehrwegflasche erhältlich

(ökologisches Spülmittel)

Spülmittel ist als PH neutrales Tensid sowohl in Verbindung mit sauren und alkalischen Bausteinen nutzbar. Wer Schmutz bzw. und Kalk nicht separat bearbeiten möchte, kann sich schon mit geringen Mengen Spülmittel die Arbeit erleichtern.

Am liebsten arbeite ich mit festen bzw. pulverförmigen Reinigungsbausteinen. Das zur Reinigung notwendige Wasser kommt einfach zu Hause aus dem Wasserhahn. Das reduziert das Transportaufkommen immens, wenn man bedenkt, dass der Großteil unserer flüssigen Reinigungsmittel und Kosmetikprodukte nur aus Wasser besteht.

Ich verwende in meinen Reinigungsmitteln grundsätzlich keine Duftstoffe. Zum einen ist meine Nase mittlerweile so empfindlich geworden, dass ich die Duftfreiheit sehr schätze. Zum anderen haben auch natürliche ätherische Öle, die man zu allen Rezepten hinzugeben kann, negative Auswirkungen auf die Umwelt. In geringen Mengen sind sie unbedenklich. Da wir sie aber in dermaßen vielen Produkten hinzugeben, können sie im Abwasser Wasserorganismen schädigen.

Reinigungshelfer

  • Bürsten,
  • Lappen ( besser kein Mikrofaser, da es aus synthetischen Fasern besteht; Lappen aus alten Frotteehandtüchern eignen sich besonders gut. Gerade Lappen sind aber eine gute Möglichkeit um kaputte Textilien jeder Art upzucyceln),
  • Ceranfeldschaber,
  • Kupferschwamm

Allzweckreiniger / Badreiniger

Zutaten:

  • Essig (Apfelessig gibt es in Bioläden sogar in Mehrwegflaschen) oder 2 EL Zitronensäure
  • 1 Spritzer Spülmittelkonzentrat
  • Wasser
  • Leere Flasche oder Sprühflasche

Zubereitung:

Der Essig wird zwei Finger breit in die Flasche gegeben der Spritzer Spülmittel kommt hinzu und aufgefüllt wird das ganze mit Leitungswasser. Die Flasche einmal umdrehen, damit sich die Zutaten vermischen – Fertig.

Wer es ganz Müllfrei möchte, kann das Spülmittel auch weglassen. Kalk wird damit weiterhin durch Essig oder Zitronensäure gelöst. Andere Verschmutzungen müssen aber unter Umständen noch mit Natron oder Waschsoda behandelt werden.

Spülmittel

Ich habe einige Spülmittelrezepte ausprobiert, zufrieden war ich jedoch nie. Das Experimentieren hat eher dazu geführt, dass ich das Spülmittel komplett wegließ. Es ist wirklich erstaunlich, was alles sauber wird, wenn man nur heißes Wasser nutzt.
Für die wirklich fettigen Teile, reiben wir mit der Spülbürste über einen Block Kernseife, der das Fett löst. In selten Fällen greife ich auch zu handelsüblichem Spülmittel.

Spülmaschinenmittel

Zutaten:

  • 125 g Waschsoda
  • 125 g Natron
  • 250 g Zitronensäure

Zubereitung:

Zutaten gut vermengen und trocken lagern. Zwei gehäufte Teelöffel in das Fach für Reinigungsmittel (Tabs) geben und wie gewohnt spülen.

Ein kleiner Warnhinweis vor ab.
Salz sollte nicht als Zutat in euren Experimenten auftauchen, da es Korrosion fördert. Es sollte auf keinen Fall in den Spülraum gelangen. Das Spülmaschinensalz in der entsprechenden Kammer hingegen ist notwendig. Es dient als Ionenaustauscher, gelangt dabei aber nicht in in den Spülraum.

Waschmittel

Zutaten:

  • 15 g oder 2 EL geraspelte Kernseife oder Seifenflocken
  • 2 EL Waschsoda
  • 1 L Wasser
  • ökologischer Wasserenthärter

Zubereitung:

Vor Gebrauch schütteln und bei hartem Wasser immer in Verbindung mit einem ökologischen Wasserenthärter verwenden.

Bei weißer Wäsche können noch zusätzlich 1-2 Teelöffel Natron dazugegeben werden. Dieser Waschverstärker sorgt dafür, dass die weiße Wäsche keinen Grauschleier bekommt.

 

Natürliches Waschen

Neben diesem Rezept gibt es noch weitere Möglichkeiten auf ganz natürliche Weise zu Waschen. Viele kennen bereits die Indischen Waschnüsse. Diese waschen zwar tadellos, ihr Gebrauch ist aber nicht empfehlenswert. Nicht nur ist ihre Verpackung nicht vorteilhaft und ihr Transportweg recht weit. Unserer Bedarf an Waschnüssen hat zu einer plötzlichen Preissteigerung der Nüsse in Indien geführt, so dass Inder lieber auf die schädlichen synthetischen Waschmittel umsteigen.

Eine regionale Alternative sind Kastanien und Efeu. Beides enthält die gleichen Saponinen wie Waschnüsse, ein natürliches Tensid, welches der Baum zur Schädlingsabwehr nutzt.
Wer im Herbst Kastanien sammelt und mit Hammer, Axt oder Messer zerkleinert, kann das ganze Jahr über kostenfrei Waschen.
Dafür ca. 4 zerkleinerte Kastanien am Tag vorher in Wasser einweichen um das Saponinen herauszulösen. (Je kleiner die Nüsse zerteilt sind, desto kürzer dauert die Einweichzeit). Die Flüssigkeit durch ein Sieb in die Waschmittelkammer geben.

Wasserkocher entkalken

1 TL Zitronensäure mit Wasser im Wasserkocher aufkochen und so lange stehen lassen, bis sich der Kalk von selbst gelöst hat. Weggießen und den Wasserkocher mit frischem Wasser ausspülen. Sollte der Kalk nicht vollständig entfernt sein, kann man den Vorgang wiederholen oder schon im heißen Zustand mit einer Spülbürste nachhelfen.

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