Zu teuer?

Einzelne Maßnahmen eines Müllvermeiders sind in unserer Gesellschaft paradoxerweise teurer, als wenn man den Verpackungsmüll mit kauft. Trotzdem kann ich euch beruhigen. Wer sich entscheidet sein Müllaufkommen zu reduzieren kommt unterm Schnitt eher günstiger weg. Schaut doch mal warum:

1. Dauerhaftigkeit

Nehmt all eure Müll erzeugenden Verbrauchsartikel und tauscht sie gegen wiederverwendbare Exemplare aus. Küchenrolle, Taschentücher, Servierten, Wattepads, Rasierer, Spülschwämme, Wattestäbchen, Tampons, Alu- und Frischhaltefolie, Toilettenpapier, Brotbeutel, Wasserflaschen… Selbst wenn ihr dafür erst tiefer in die Tasche greifen musst, so hat sich die Investition bereits nach kurzer Zeit amortisiert.

2. Versteckte Kosten

Wenn ihr plötzlich eure Lebensmittel im Bioladen kaufen müsstest, damit ihr sie lose oder in Pfandflaschen bekommt, bedenkt einmal, dass es uns 8 bis 25 Milliarden Euro im Jahr kostet* unser Trinkwasser von den Folgen der Überdüngung aus der konventionellen Landwirtschaft zu befreien. Von all den Chemikalien in unseren Pflege- und Reinigungsprodukten und unseres Medikamentenkonsums ganz zu schweigen.

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Chemieregal

3. Verpackungsschwindel

Je kleiner der verpackte Inhalt im Supermarkt, desto teurer. Gleichsam, je größer die Packung, nicht nur desto weniger Verpackungsmüll, sondern auch weniger Belastung deiner Börse. Wenn ihr also den ganzen klein verpackten Nippes einfach mal weglässt, wirst du staunen wie viel Geld ihr locker machen könnt.

4. Die Qual der Wahl.

Weniger Auswahl beim Einkauf, mag nach einem Nachteil klingen, ist es aber nur selten. Ihr werdet überrascht sein, wie viel weniger in eurem Kühlschrank vergammelt, was ihr sonst natürlich auch bezahlt hättet.

5. Die Müllabfuhr

Denkt nur einmal kurz darüber nach, was es wohl Kosten mag, die ganzen Mülleimer in eurem Haus und jedem Nachbarhaus, in jeder Stadt und jedem Dorf, jede einzelne Woche deines Lebens zu leeren, abzutransportieren, zu sortieren, zu deponieren. Wie viele öffentliche Mülleimer in der Stadt aufgestellt, gewartet und entleert werden müssen. Was all die Straßenfeger kosten, die mühsam Straßenzüge und Grünflächen wieder aufräumen. Und wenn ihr jetzt nochmal auf eure Gehaltsabrechnung schaut, dann weißt ihr auch wer das alles bezahlt.

6. Dauerhaftes zahlt sich aus

Ständig neue Klamotten, neue Möbel, neues Zeug und neue Handys kosten Geld. Wenn ihr erst mal anfängst euch das ein oder andere zu sparen, könnt ihr euch auch bald mehr als den Einkauf bei H&M oder Ikea leisten. Die Investition in ein paar gute, haltbare Kleidungsstücke hinterlassen jahrelange Spannen ohne Geldausgaben. Und spätestens wenn ihr mal umzieht werdet ihr dankbar sein, wenn die Wohnungseinrichtung gleich ruiniert ist, weil sie so billig war.

7. Kleinvieh

Kleinvieh macht besonders viel Mist. Hier mal was auf die Hand, da mal einen Coffee to go… Alles Kleckerpreise, aber in der Summe wahrscheinlich das, was euch am Ende des Monats im Portmonee fehlt. Wenn ihr diesen Müll einsparst, sparst ihr gleichzeitig auch die Kosten und verliert dabei wahrscheinlich auch noch ein bisschen Winterspeck. Denn das Kleinzeug zwischendurch übersehen wir nicht nur gerne im Portmonee, sondern auch im Magen.

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Kleinvieh das viel Mist macht

8. Gesundheit

Auch wenn für euch die Kosten unseres Gesundheitsapperates inklusive sind, sind sie keinesfalls kostenlos, nur weil ihr gesetzlich versichert seid. Müllvermeidung führt unweigerlich auch zu einer besseren Ernährung, dadurch, dass Fertiggerichte vom Speiseplan verschwinden. Das hat letztlich auch gute Auswirkungen auf die Gesundheit. Genauso wie der gesunkene Kontakt zu Stoffen wie Kunststoffen und Aluminium, die sich im Körper ablagern. Auch ein bewussterer Umgang mit Medikamenten verringert die Kosten der Krankenkassen und damit auf lange Sicht auch eure Lohnnebenkosten.

9. Zweite Hand

Alles was ihr gebraucht kauft oder direkt tauscht, statt es neu zu kaufen ist gleichzeitig auch günstiger. Wenn ihr im Gegenzug euren Haushalt verkleinert und Sachen in Zahlung gebt, die ihr nicht benötigt für euer Glück, kommt auch wieder Geld in die Kasse.

Und wenn ihr jetzt nicht mehr wisst, wohin mit eurem ganzen Geld, dann reduziert doch eure Arbeitszeit und genieße eurer Leben noch bevor ihr tot seid.

*Nach dem Bund für Umwelt und Naturschutz.

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